Im Biergarten Theresienhof

Perspektiva: Neue Geschäftsführer und neue Maßnahmen fürs Netzwerk

Das neue Geschäftsführer-Team: Jan Martin Schwarz und Silke Gabrowitsch
Fotos: Marius Auth

02.07.2020 / FULDA - Das Unternehmernetzwerk Perspektiva wurde jüngst vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales als "Innovatives Netzwerk 2020" ausgezeichnet. Um Gesellschaftern und Förderern die Möglichkeit zu geben, mit den neuen Geschäftsführern, die seit dem 1. Juli im Amt sind, ins Gespräch zu kommen, gab es am Mittwoch im Biergarten Theresienhof ein informelles Netzwerk-After-Work.

Ab dem 1. Juli 2020 übernimmt das Geschäftsführer-Team Jan Martin Schwarz und Silke Gabrowitsch von Interims-Geschäftsführer Sebastian Bönisch. Schwarz ist 31 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Kassel und ist gelernter Zimmermeister und Sonderpädagoge. Als die Geschäftsführer-Stelle im Sommer 2019 ausgeschrieben wurde, brauchte Schwarz nicht lange zu überlegen: "Das Unternehmer-Netzwerk ist einzigartig in Deutschland. Mehr als 100 Unternehmer der Region sind Gesellschafter und stecken Geld, Zeit und Leidenschaft in das Projekt. Sonst arbeiten Jugendliche häufig einfach in der Werkstatt, hier werden vielfältige Möglichkeiten geboten, die den Neigungen und Potenzialen der jungen Menschen entgegenkommen." Um dem gewachsenen Leistungsspektrum des Netzwerks Rechnung zu tragen, wurde Schwarz Silke Gabrowitsch als Co-Geschäftsführerin zur Seite gestellt. Die 46-Jährige Sozialpädagogin ist bereits seit 24 Jahren im Antonius-Netzwerk tätig und hatte zuletzt die Leitung der Arbeitsschule Startbahn inne: "Die Kombination von Perspektiva und Startbahn stellt sicher, dass Jugendlichen mit unterschiedlichsten Hintergründen eine qualifizierte gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht wird. Um die Bandbreite der beruflichen Möglichkeiten zu erhöhen, sind wir immer auf der Suche nach neuen Unternehmenskooperationen."

Da in Corona-Zeiten auch der Austausch der Partner heruntergefahren werden musste, kam das Netzwerk-After-Work gerade recht, um anlässlich der zweiten Auszeichnung auf Bundesebene Danke zu sagen: "Ich hatte Ende August die Interims-Geschäftsführung von Perspektiva übernommen. Die Zielsetzung: mehr Jugendliche auf den Theresienhof bringen und Perspektiva neu ausrichten. Die Gesellschafter haben das mitgetragen: Auf einer außerordentlichen Gesellschafter-Versammlung im September wurden nicht nur Pläne geschmiedet, sondern auch eine Anschubfinanzierung ermöglicht, um näher an die Schulen heranzurücken. Jugendliche, die zu stark für die Werkstatt, aber zu schwach für den Arbeitsmarkt sind, sollen besser angesprochen werden. Viele gehen direkt in die Betriebe, andere brauchen Unterstützung und Begleitung. Da haben wir inzwischen 20 Jahre Erfahrung, die wir gerne weitergeben. Das Projekt wurde 'Projekt 16' getauft: 16 Jugendliche, die nicht direkt von der Agentur für Arbeit geschickt werden, sollen in einem Jahr hier an den Theresienhof gebracht werden. Das ist auch durch die stärkere Kooperation mit der Startbahn gelungen. Nicht zuletzt dafür haben wir den Preis bekommen", erklärt Bönisch. Sozialkompetenztraining in der Lehrbauhalle, eventuell auch in Gesellschafter-Betrieben, soll die Maßnahmen in Zukunft ergänzen. (mau) +++