Einzelne Wölfe oder Rudel?
Fehlende Scheu bei Wölfen: Mehrere Nutztierrisse- und Angriffe in der Region
Foto: HLNUG/Luchsprojekt Uni Göttingen
07.05.2020 / REGION -
Saftig grüne Wiesen, dichte Wälder, Abgeschiedenheit: Viele Orte in Osthessen werden nicht nur von Touristen für einen Ausflug geschätzt, auch viele Tiere nutzen die reichhaltige Landschaft als Lebensraum. Relativ neue „Gäste“ im Landkreis Hersfeld- Rotenburg, in der Rhön sowie im Vogelsbergkreis sorgen nun jedoch bei einigen Landwirten für Sorgen:
Ob auch zwei tote und angefressene Kälber auf ihre Kappe gehen, die am Morgen des Mittwochs in der Nähe von Sontra aufgefunden wurden, soll nun eine DNA-Analyse zeigen.
Die Ulrichsteiner Wölfin
Auch in der Rhön hatte ein Wolf bereits im Herbst 2019 Schafe auf einer Wiese in Abtsroda getötet. Jetzt, am vergangenen Wochenende, ein erneuter Verdachtsfall: Unweit der Wasserkuppe fand ein Landwirt sein zerfleischtes Kalb auf der Weide. Eine DNA- Untersuchung sei allerdings von den Zuständigen abgelehnt worden, weil der Bauer das Tier bereits auf die Heckschaufel seines Traktors genommen hatte.
Nur wenige Kilometer entfernt
Weitere Verdachtsfälle
Am vergangenen Samstag fand ein Landwirt ein totes und angefressenes Kalb, unweit der Wohnhäuser im Industriegebiet Großenlüder. Der Bauer hat eine private DNA-Analyse in Auftrag gegeben.Am 21. April wurde ein gerissenes Reh Nahe der Gemeinde Neuhof gefunden, auch hier steht ein Wolf in Verdacht, das Tier getötet zu haben. Weitere Wildtierrisse wurden im April in Meiches (Vogelsbergkreis), Haunetal-Fischbach (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), Ulrichstein (Vogelsbergkreis) und Heringen-Widdershausen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) gemeldet.
Auch wenn bisher von offizieller Stelle davon ausgegangen wird, dass jeweils einzelne Wölfe für die Risse und Angriffe in der Region verantwortlich waren, glauben einige Jäger und Wolfsbeobachter, dass sich – zumindest in ein paar Fällen, bereits Rudel gebildet haben. (mr) +++