Riesen Vorfreude bei der Abfahrt
Antonius tritt bei besonderen Winterspielen an
Foto: Tino Weingarten
02.03.2020 / BERCHTESGADEN -
Reger Betrieb am Sonntag bei antonius - Netzwerk Mensch. Ein Tross aus 45 Leuten wartete auf die Abreise nach Berchtesgaden, wo vom 2. bis 6. März die Special Olympics stattfinden. Als größte Teilnehmergruppe aus Hessen stiegen auch die Bewohner von antonius - Netzwerk Mensch in die Busse, um an der österreichischen Grenze auf Gold-Jagd zu gehen.
Die positive Anspannung war den Antonius-Athleten ins Gesicht geschrieben. "Man muss sich hier nur einmal umschauen, alle sind voller Vorfreude", sagte Elmar Möller, Leiter der Delegation, kurz vor der Abfahrt. Über einen Landeswettbewerb in Baunatal qualifizierte sich Antonius für die nationalen Special Olympics, wo sie als größte hessische Gruppe um die Qualifikation für die Welt-Winterspiele im kommenden Jahr antreten. "Dafür werden jedoch weniger zugelassen, als sich bei den Special Olympics qualifizieren", berichtete Möller.
"Ich will gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben!" So lautet der Eid, den alle der rund 900 Teilnehmer und auch die 33 Sportlerinnen und Sportler von Antonius bei der Eröffnungszeremonie ablegen. 28 Menschen mit Behinderung sowie fünf Unified-Partner, die kein Handicap haben und die Athleten im Wettkampf unterstützen, treten für Antonius an. Im Schneeschuhlauf, Langlauf und Ski-Alpin werden Medaillen gejagt.
"Wir treten also in den traditionellen Wintersportarten an", so Möller. Neben den drei genannten Sportarten umfassen die Special Olympics noch Floorball, ähnlich wie Feldhockey, Eiskunstlauf, Snowboard, Short Track und Stocksport. Die Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. "Das Ziel von Special Olympics ist es, Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen", heißt es auf der offiziellen Homepage zur Erklärung.
Um zu trainieren, reisten Möller und die Antonius-Sportler ins österreichische Kaunertal. "Dort haben wir uns im Januar vorbereitet. In der Rhön gab es ja nicht so viel Winter", schmunzelte Möller. Auch vor Ort haben die Athleten an den ersten Tagen noch die Chance, zu trainieren und sich mit den Begebenheiten in Berchtesgaden vertraut zu machen. Bis Freitag wird es dann ernst, wenn es um Medaillen geht.
Unter diesen Sportlern wird auch Kerstin Will sein, die im Rollstuhl sitzt und mit einem besonderen Gefährt, dem Snowkart, im Ski-Alpin antreten wird. Auch sie hofft wie die restlichen 32 Antonius-Bewohner, die in Wettkämpfen antreten werden, dass sie erfolgreich aus Berchtesgaden von den Special Olympics zurückkehren wird. (tw) +++