Hönebacher Wilfried Gliem erinnert sich
Erfolg mit Mauerfall verknüpft: Karrierestart der Wildecker Herzbuben
Fotos: Kevin Kunze
09.11.2019 / WILDECK-HÖNEBACH -
Der Fall der innerdeutschen Grenze ist eng mit dem Erfolg der Wildecker Herzbuben verbunden. Bereits kurz davor bereiste der Hönebacher Musiker Wilfried Gliem mit seiner damaligen Band, den Curocas, und dem Schlagersänger G. G. Anderson die DDR. Schon damals habe er ein "komisches Gefühl" gehabt, das sich dann am 9. November bestätigen sollte.
"Für mich und meine Frau war es einer der größten Augenblicke in unserem Leben: der 9. November hat sich bei uns eingebrannt", erklärt Gliem im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Über mehrere Jahrzehnte mussten er und seine Familie vom Ortsausgang des Wildecker Ortsteils Hönebach aus auf die Grenze schauen; in der Nachbetrachtung vor allem für seine Frau Elke ein "beklemmendes Gefühl".
Im Dezember 1989 nutzte Gliem mit den Curocas die Chance, auch im Osten Deutschlands aufzutreten. Im Rahmenprogramm begann dann die eigentliche große Karriere. Mit seinem Partner Wolfgang Schwalm gründete er das Duo die "Wildecker Herzbuben". Damals feierte auch deren bekanntester Hit "Herzilein" seine Premiere. Auch durch die enorme Begeisterung für die Herzbuben im Osten Deutschlands erreichte der Song Doppel-Platin-Status. Mit über einer Million verkauften Tonträgern ist sowohl das Album als auch die gleichnamige Single der größte Erfolg des Duos - eng verbunden mit der Öffnung der innerdeutschen Grenze. (Kevin Kunze) +++