HSG Großenlüder/H. - Hünfelder SV 34:32

Torreicher Derby-Kampf: HSG weiter schadlos

Holten sich den Derby-Sieg: Simon Münker und die HSG Großenlüder/Hainzell.
Fotos: Jonas Wenzel (Yowe)

03.11.2019 / GROßENLÜDER - Die HSG Großenlüder/Hainzell bleibt in der Handball-Landesliga ungeschlagen: Am Samstagabend siegte der Tabellenführer im Derby gegen den Hünfelder SV mit 34:32 (17:18) und landete im siebten Spiel den siebten Sieg. Allerdings machte es der HSV der HSG bis in die Schlussphase schwer, ehe der umkämpfte Derby-Sieg feststand.



Es ist der Handball-Klassiker in der Region und lockte am Samstag wieder zahlreiche Zuschauer in die Großenlüderer Kreissporthalle. Rund 650 Zuschauer sorgten für eine prächtige Kulisse und den passenden Rahmen für das Derby, in dem die Rollen im Vorfeld klar verteilt schienen. Denn die HSG aus Großenlüder und Hainzell, sie ging mit einer blütenweißen Weste in das Prestigeduell.

Die Gäste aus Hünfeld verjüngten vor der Saison ihre Mannschaft, haben noch Probleme in Sachen Konstanz und finden sich im unteren Tabellendrittel wieder. Im Kader von Holger Hölzinger finden sich mit Lennert Sitzmann, Fabian Sauer und Felix Kircher aber nach wie vor einige Stützen aus den letzten Jahren. Die drei genannten waren auch federführend dafür verantwortlich, dass der HSV das Derby lange Zeit ein spannendes blieb.

Denn der Gast lag die meiste Zeit im ersten Durchgang in Front, enteilte mit einem starken Zwischenspurt zwischenzeitlich auf vier Treffer (14:10, 23.). Die Gastgeber wiederum waren meist dann erfolgreich, wenn sie ihr bekanntes Spiel über die schnelle Mitte aufzogen. Mit drei Treffern dieser Art durch Michael Blinzler war der Anschluss hergestellt, in die Kabinen ging es mit einem 18:17 für die Hünfelder.

Den zweiten Durchgang erlebte HSV-Kapitän Fabian Sauer nur noch von der Tribüne, als er nach einem Foul an Elia Sippel die rote Karte sah (27.). Eine Entscheidung, die naturgemäß hitzig diskutiert wurde, zumal die das nicht immer souverän in ihren Entscheidungen auftretende Schiedsrichter-Duo ein hartes Einsteigen von Simon Münker gegen Leon Wald unbestraft ließen. 

Neun Minuten nach Wiederanpfiff war das Derby auch für Münker beendet, nachdem er und Lukas Dimmerling Hünfelds Lennert Sitzmann hart attackiert hatten. Mit Münker, so mancher Beobachter, habe es aber in dieser Aktion den falschen Spieler erwischt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Tabellenführer, angeführt von Blinzler, das Spiel gedreht und wenig später auf ein 26:24 gestellt (41.).

Die Gäste ließen sich in dieser Phase allerdings nicht abschütteln, blieben stets auf ein, zwei Treffer an der HSG dran und hatte in Janik Bachus nun einen ebenso wurfstarken wie treffsicheren Rückraumspieler. Das Derby, das vor allem von seiner emotionalen und kämpferischen Seite statt von spielerischer Finesse lebte, bog auf eine spannende Schlussphase ein.

Denn fünf Minuten vor dem Ende hatte der Favorit weiterhin keinen beruhigenden Vorsprung herausgespielt. Erst als sich die Gäste zwei überhastete Abschlüsse gönnten und Dominik Malolepszy auf der Gegenseite zum 33:30 (58.) traf, war der hart umkämpfte Derby-Sieg perfekt. Mit 14:0-Punkten führt die HSG Großenlüder/Hainzell due Liga weiter ungeschlagen an. 

"Ich habe vor dem Spiel ein enges Derby erwartet und das wurde es ja letztlich auch. Hünfeld hat das sehr gut gemacht und alles abverlangt", sagte HSG-Trainer Joachim Bug nach dem Spiel und führte aus: "Hünfeld hat unsere Achse mit Lukas und Benedikt Dimmerling in der ersten Hälfte sehr gut unterbunden." Obwohl Bug das schnelle Spiel zeitweise monierte, trafen die Hausherren ein ums andere Mal aus diesen Situationen, um das Derby zu seinen Gunsten zu drehen.

Bugs Gegenüber, Holger Hölzinger, attestierte seiner Mannschaft eine starke Vorstellung. "Ich bin stolz auf die Jungs und sehr zufrieden", sagte der HSV-Trainer und nannte Großenlüder/Hainzells breiteren Kader und höhere individuelle Qualität als ausschlaggebenden Grund für die Niederlage. "Sie gelten als Mit-Favorit und haben unterm Strich am Ende verdient gewonnen." Auf diese Leistung, so Hölzinger, könnten die Hünfelder Handballer allerdings aufbauen. (Tobias Herrling)


DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

HSG Großenlüder/Hainzell: Stradtmann, Decher - Sippel, L. Münker (4), Kirst, B. Dimmerling (5), Koch, S. Münker (4/2), Malolepszy (6), L. Dimmerling (4), Blinzler (9), H. Dimmerling, Peppler (2).

Hünfelder SV: Masche, Simon - Sitzmann (7), Sauer (3/3), Bachus (7/1), Gute (1), Aha, Heidler, Wald (1), Wagner (2), Sauerbier (1), Kircher (10).

Schiedsrichter: Georg/Haas.

Zuschauer: 650.

Zeitstrafen: 3:4 (S. Münker, Blinzler, H. Dimmerling - Gute, Wagner, 2x Sauerbier, Kircher).

Rote Karten: Fabian Sauer (Hünfeld, 27., Foulspiel), Simon Münker (Großenlüder/Hainzell, 39., Foulspiel).

Spielfilm: 0:1, 2:1, 2:4, 6:6, 8:6, 8:8, 10:10, 10:13, 11:14, 13:14, 14:16, 17:18 (Halbzeit), 19:21, 22:22, 24:23, 26:25, 30:28, 31:29, 32:30, 34:32 (Endstand). +++

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