Hessenpokal-Achtelfinale

Brendel-Rückkehr und Stolper-Gefahr: Barockstadt empfängt FSV

War zwei Jahre in Fulda und kehrt nun erstmals zurück: Thomas Brendel, Trainer vom FSV Frankfurt.
Archivfoto: Carina Jirsch

08.10.2019 / FULDA - Fast auf den Tag genau zwei Jahre lang war Thomas Brendel (46) Trainer beim SC Borussia Fulda. Im Herbst 2017 wurde der A-Lizenz-Inhaber beim Fußball-Hessenligisten entlassen und rückte wenig später in den Aufsichtsrat von Südwest-Regionalligist FSV Frankfurt. Mittlerweile trainiert Brendel den Klub vom Bornheimer Hang und kehrt am Mittwochabend (19 Uhr) erstmals in einem Pflichtspiel an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Denn im Achtelfinale des Hessenpokals empfängt die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz den eine Liga höher beheimateten FSV, bei dem neben Trainer Brendel mit Torwart Kenan Mujezinovic, Offensiv-Mann Denis Mangafic und Zeugwart Michael Zindel weitere Akteure mit Fuldaer Vergangenheit zu finden sind. "Ich freue mich auf das Spiel und habe noch Kontakt zu den Spielern, ich bin ja auch nicht im Gräuel gegangen", blickt Brendel der Rückkehr in die Johannisau mit Vorfreude entgegen.

Für seinen FSV ist es der erste Auftritt im Hessenpokal, während die SGB bereits zwei Runden zu überstehen hatte. "Das ist für den Auftakt eine hohe Hürde. Aber auf einen Regionalligisten könnten wir erst wieder im Finale treffen. Deshalb müssen wir die Hürde am Mittwoch nehmen", hat Brendel den Pokal-Turnierbaum im Blick, weiß aber um die Stolper-Gefahr bei einem gut aufgelegten Hessenligisten.

"Ich hoffe nicht, dass es eine enge Kiste wird und möchte, dass der Klassen-Unterschied ersichtlich ist", will Brendel einen Pokal-Fight aus dem Weg gehen und möglichst souverän eine Runde weiterkommen. Die heimische Barockstadt dürfte als Tabellendritter der Hessenliga etwas dagegen haben und peilt gegen den Tabellenfünfzehnten der Regionalliga einen Pokal-Coup an. Zumal die Elf von Sedat Gören in Dreieich jüngst nicht überzeugte, die erste Niederlage kassierte und sich im Pokal wieder verbessert präsentieren möchte.

Die Chancen scheinen dafür nicht schlecht zu stehen, hinkt der FSV nach einem personellen Umbruch im Sommer doch noch etwas hinterher. Thomas Brendel sieht seine Elf aber auf einem guten Weg: "Wir spielen besser, als es die Tabelle vermuten lässt. Unsere Mentalität stimmt, aktuell verwerten wir nur unsere Chancen nicht." Zudem plage den FSV eine Verletztenmisere, Brendel müsse auf wichtige Spieler verzichten und verstärkt auf Spieler aus der eigenen U23 bauen.

"Das machen wir auch bewusst, wir haben acht U23-Spieler im Kader. Zuletzt mussten wir aber auch zwei U19-Spieler nominieren", muss Brendel aktuell ein Stückweit improvisieren. Was sich in Fulda nach seiner Entlassung mit der Fusion von Borussia und Lehnerz entwickelt hat, hat Brendel natürlich verfolgt. "Ob die Ideen der Verantwortlichen aufgehen, wird sich womöglich erst in zwei, drei Jahren zeigen", sagt der 46-Jährige und ergänzt: "Aber ich bin Traditionalist und finde es schade, dass der Name Borussia verschwunden ist." (the) +++

Im Februar diesen Jahres standen sich Tobias Wolf und der FSV zuletzt in einem Testspiel gegenüber.
Archivfoto: Hendrik Urbin