Über 40 Jahre in der Kommunalpolitik
Ein Ex-OB im Unruhestand: Gerhard Möller wird 70 – Ein Porträt

Fotos: ON-Archiv, Laura Struppe, Stadtarchiv Fulda/Hubert Weber, IG Münsterfeld, Klinikum Fulda
15.10.2019 / FULDA - Dass Gerhard Möller in Stadt und Landkreis Fulda eine der geachtetsten Politikerpersönlichkeiten ist, liegt auch an seiner – im besten Sinne des Wortes – unprätentiösen Art. „Ich bin gerade am Bügeln“, überrascht der Oberbürgermeister a. D., als OSTHESSEN|NEWS ihn telefonisch wegen eines Termins kontaktiert, um ein wenig mit ihm zu plaudern. Denn heute feiert Gerhard Möller seinen 70. Geburtstag.
Gerhard Möller wurde am 15. Oktober 1949 geboren und wuchs mit seinen drei Geschwistern in Ebersburg-Weyhers auf. „Das war eine klassische Rhöner Konstellation“, sagt er. „Mein Vater hatte ein kleines Malerhandwerksunternehmen und betrieb zusammen mit meiner Mutter im Nebenerwerb Landwirtschaft mit zwei oder drei Kühen, zwei Schweinen und ein paar Hühnern.“ Für Rhöner Jungens war es damals unüblich, eine höhere Schule zu besuchen, und nur auf Anraten der Lehrerin und des Pfarrers schickten die Eltern den Sohnemann schließlich 1960 aufs Domgymnasium. „Das hat mich zum ersten Mal mit Fulda in Verbindung gebracht.“
Schon das Duo Kramer/Möller war im Landkreis als Sparbrötchen verschrien. „Unser Credo war immer: sparsame Verwaltung, ordentliche Finanzen, geringe Verschuldung. Da waren Fritz Kramer und ich ein Herz und eine Seele. Diese Einstellung konnte ich auch mit zur Stadt Fulda nehmen. In meiner OB-Zeit hat die Stadt aber 300 Millionen Euro investiert, Schulden ab- und Rücklagen aufgebaut. Wenn man mich als Sparbrötchen bezeichnet hat, hat mich das anfangs schon geärgert, später aber habe ich das als Anerkennung empfunden.“
Seinen 70. Geburtstag feiert er übrigens im privaten Rahmen mit Familie, Verwandten und Freunden. „Die Stadt hat mir auch einen Empfang angeboten. Das habe ich aber abgelehnt.“ Wie gesagt: völlig unprätentiös. – Happy Birthday, Gerhard Möller! (Matthias Witzel) +++