„Fahre mit Herz, aber ohne Promille“

Sucht- und Verkehrssicherheitstag an den Beruflichen Schulen Obersberg

von links: Matthias Steu (Malteser Hilfsdienst), Gerd Sigl (Organisator, Drogen- und Suchtberater der BSO), Denise Abersfelder (Einstellungsberaterin Polizei Osthessen), Wiebke Noll (Polizeikommissarin Osthessen), Guido Lomb (Schulleiter der Beruflichen Schulen Bad Hersfeld), Thorsten Bierfreund (Organisator, Drogen- und Suchtberater der BSO), Christina Heimeroth (Fachstelle Suchtprävention vom Zweckverband Diakonie), Reinhold Bleß (Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg)
Fotos: Jonas Wenzel (Yowe)

11.09.2019 / BAD HERSFELD - Am Dienstag fand der Sucht- und Verkehrssicherheitstag an den Beruflichen Schulen Obersberg statt. An diesem Tag steht die Sicherheit im Straßenverkehr im Mittelpunkt, denn alle sieben Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland aufgrund zu hohem Alkoholkonsums. Bei solchen Verkehrssicherheitstagen soll jungen Fahrern eindrucksvoll ein Einblick in die Risiken des schnellen und berauschten Fahrens gegeben werden, sowie Unfallprävention und Fahrsicherheitstraining geleistet werden.

Mit Unterstützung der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg, des Polizeipräsidiums Osthessen und des Zweckverbands Diakonie konnte der Ernstfall an Gefahrensimulatoren und in Ersthelfersituationen erprobt werden. „Solche Tage sollen insbesondere bezüglich der Gefährlichkeit des Konsums berauschender Substanzen im Straßenverkehr sensibilisieren“, erklärte Thorsten Bierfreund, Organisator der Aktion, Drogen- und Suchtberater der BSO Hersfeld. Hierbei wurde in verschiedenen Workshops und Beratungsangeboten aktiv mit den heranwachsenden Schülern gearbeitet. Unter anderem gab es durch das Polizeipräsidium Osthessen im Foyer für alle Schüler der Obersbergschule Informationsmöglichkeiten zum Themenfeld, sowie ein Einstellungsberatungsangebot. „Das Handy stellt momentan eine große Sucht dar. Schon kleinste Momente der Unaufmerksamkeit können reichen, um schwere Fahrfehler zu begehen“, so Polizeikommissarin Wiebke Noll.

Die Verkehrssicherheit sei ein wichtiges Thema, betonte der Schulleiter Guido Lomb, denn es habe auch an dieser Berufsschule schon Verkehrsunfälle gegeben. Aufgrund der Altersstruktur der Berufsschule befänden sich viele Schüler im Führerscheinalter. „Wenn man den Führerschein macht, kann man noch nicht Autofahren“, sah Lomb das Problem.

Alkohol, Drogen und Geschwindigkeit

Des Weiteren wurde durch das Polizeipräsidium ein Workshop zum Thema "Drogen- und Alkohol im Straßenverkehr" angeboten. Durch den Workshop wurden insgesamt etwa 200 Schüler im Alter von 17 bis 20 Jahren erreicht. „Statistisch gesehen stirbt alle sieben Minuten ein Mensch in Deutschland, da der Alkohol den Körper und die Organe schädigt“, weiste Christina Heimeroth von der Fachstelle Suchtprävention der Diakonie, anlässlich des Aktionstags hin. Sogar jedem sechsten Deutschen werde aufgrund eines Alkoholproblems gekündigt. Die höchste Promillezahl, die im Straßenverkehr in der Region gemessen wurde, läge bei 3,8. Unter den vielen Unterstützern gaben auch anonyme Alkoholiker einen Einblick in ihr Leben und zeigten ihre Wege aus der Sucht. „Leider ließen sich die Menschen nicht nur durch gutes Zureden ändern“, sagte Reinhold Bleß, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg. Es sei wichtig die Situationen praktisch erlebbar zu machen, um auf die Gefahren hinzuweisen und somit Erfahrungen zu sammeln. Bleß unterstrich die Notwendigkeit solcher Verkehrssicherheitstage an Schulen, da die Verkehrsteilnehmer in diesem Alter überproportional an den Verkehrsunfällen beteiligt seien.

Lerneffekt mittels Simulatoren und Parcours

Neben diversen Ablenkungen im Straßenverkehr konnte mit den Fahrsimulatoren auch das Fahren unter Alkoholeinfluss nachempfunden werden. Die Fahrbahn schien verschwommen und das Reaktionsvermögen des Fahrers war dürftig. Nicht selten endeten ihre Fahrten mit einem virtuellen Unfall. Auf dem Rauschbrillenparcours setzten die Schüler eine Brille auf, mit der sie nur verschwommen und unscharf sehen konnten – der Zustand eines Alkoholisierten. Dabei mussten sie Aufgaben bewältigen, wie zum Beispiel auf einer Linie entlanglaufen oder Bälle in einen Korb werfen. Für die Schüler war es beeindruckend zu erleben, inwiefern sich das Fahrverhalten mit Alkohol verändern kann. (ms) +++