3:1-Erfolg über Ochsenhausen

Coup zur Heimpremiere: Maberzell düpiert den Meister

Matchwinner mit zwei punkten für Maberzell: Tomislav Pucar.
Fotos: Jonas Wenzel (Yowe)

26.08.2019 / FULDA - Faustdicke Überraschung bei der Heimpremiere in der neuen Saison: Tischtennis-Bundesligist TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell siegte am Sonntag gegen den amtierenden Meister und Pokalsieger Ochsenhausen glatt mit 3:1 und feierte im zweiten Spiel den ersten Sieg. Tomislav Pucar und Ruwen Filus machten den Coup perfekt.

Bei sengender Sommerhitze wollten sich nur rund 300 Interessierte das erste Heimspiel der verjüngten Maberzeller ansehen und so waren dann doch etliche freie Plätze in der Wilmingtonhalle zu sehen. Die, die gekommen waren, sollten aber schon im ersten Duell Dramatik und Spannung geboten bekommen. Tomislav Pucar, gerade erst genesen von einem grippalen Infekt, legte einen leidenschaftlichen Fight auf den Court.

Mit 0:2 lag der kroatische Publikumsliebling, der anfags doch arge Probleme hatte, gegen Stefan Fegerl bereits zurück, ehe Pucar zur Aufholjagd bließ. Mit 11:9, 11:9 und 11:8 und einem irrwitzigen fünften Satz drehte Pucar das erste Duell und brachte Maberzell mit 1:0 in Führung. Nicht weniger spannend ging es im zweiten Duell des Tages weiter. Ruwen Filus, deutlich formverbessert im Vergleich zur Vorwoche, zwang Ochsenhausens Nummer eins, Simon Gauzy, ebenfalls nach fünf Sätzen die Knie und erhöhte für die Hausherren.

Bei denen griff nach der Pause Eigengewächs Fan Bo Meng ins Geschehen ein. Das Maberzeller Talent traf auf Vladimir Sidorenko, ein Duell, das als ausgeglichen eingeschätzt wurde. Doch der Einschätzung wurde das Aufeinandertreffen der beiden Jungsprunde nicht gerecht. Abgesehen vom dritten Satz, in dem Meng zwei Matchbälle abwehren konnte und nach Verlängerung verlor, spielte Ochsenhausens Russe mit Meng phasenweise Katz und Maus - Durchgang eins ging gar ohne Punkt für Meng an Sidorenko.

"Er war sehr, sehr nervös. Wir hatten eigentlich gedacht, dass es ein offenes Duell wird. Aber Fan Bo braucht noch Zeit, um sich an das Niveau zu gewöhnen", sagte TTC-Trainer und Vater Qing Yu Meng zur Vorstellung seines Sohnes. Zudem erinnerte Meng an die Verletzung und Operationen an der Hüfte, weshalb man zunächst nicht zu viel von seinem Sohn erwarten dürfe. 

So musste nach Sidorenkos Punkt für die Gäste kroatische Publikumsliebling der Osthessen, Tomislav Pucar, ein zweites Mal an den Tisch und traf im Duell der beiden Spitzenspieler auf den Franzosen Gauzy. Und Pucar knüpfte an seine Vorstellung gegen Fegerl an und deklassierte Gauzy glatt in drei Sätzen. "Er war heute überragend", lobte Meng den Maberzeller Matchwinner.

Das erste dicke Ausrufezeichen der Maberzeller, es war perfekt. Und die Mannschaft sammelte Argumente, dass künftig wieder mehr Zuschauer die Heimspiele des TTC besuchen sollten. "Alle haben ja gemeint, wir haben eine schlechte Mannschaft. Aber heute haben wir den deutschen Meister geschlagen", konnte sich Meng ein süffisantes Grinsen nach dem Spiel nicht verkneifen. (the)

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Tomislav Pucar - Stefan Fegerl 3:2 (4:11, 8:11, 11:9, 11:9, 11:8)
Ruwen Filus - Simon Gauzy 3:2 (4:11, 11:8, 11:6, 7:11, 11:6)
Fan Bo Meng - Vladimir Sidorenko 0:3 (0:11, 7:11, 10:12)
Tomislav Pucar - Simon Gauzy 3:0 (11:6, 11:5, 11:7) +++