Ausschusssitzung

Neues Konzept für Vonderau-Museum: „Müssen kulturelles Erbe bewahren“

In der Mitte Fuldaers Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld im Gespräch mit Peter Wellach vom Berliner Projektbüro
Fotos: Kevin Kunze

14.08.2019 / FULDA - Das altbekannte Vonderau-Museum soll sich verändern. Dafür engagierte die Stadt die Projektfirma Beier+Wellach aus Berlin, welche unter anderem schon das Point Alpha-Museum im Jahr 2008 neu konzipiert. Neben einigen Neuerungen in den Ausstellungsräumen und auf dem Gelände des Museums, stellte Firmengründer Peter Wellach dar, dass das Museum auch an Präsenz im Stadtgebiet gewinnen müsse. In einer Ausschusssitzung am Dienstagabend im Stadtschloss gab er erste Einblicke in das Konzept.

Zunächst stellte jedoch der Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) die Wichtigkeit des Museums für die Stadt Fulda heraus: "Wir müssen unser kulturelles Erbe bewahren und damit den Kulturstandort Fulda sichern. Jedoch ist das eine Herausforderung für die nächsten Jahre.“ Zudem müsse man das Museum attraktiver gestalten, um die Besucher für das Museum zu begeistern. Dieses Ziel soll mit den fünf Kernpunkten eines Museums laut dem Oberbürgermeister funktionieren: bewahren, sammeln, forschen, zeigen und vermitteln.

In der Folge erläuterte der studierte Historiker Peter Wellach seine Vorstellungen, wie das neue Museum aussehen solle. Im Verlauf der Analyse, die vom letzten Jahr bis in den diesjährigen Mai durchgeführt wurde, arbeitete die Firma vor allem den Status quo aus: Welche Bedeutung besitzt das Museum für die Stadt Fulda und welche Zielgruppen soll es eigentlich ansprechen?

Außerdem klärte er die Frage auf, warum die Stadt überhaupt ein neues Fulda Museum benötige. "Das hiesige Vonderau-Museum ist eines der größten Museen in Hessen, allerdings ist es nicht vollständig zu Ende konzipiert und die letztere größere Umbaumaßnahmen liegt knapp 25 Jahre zurück. Es muss sich den neuen Herausforderungen der Zeit stellen, wie alle Museen", sagte Wellach. Auch in anderen Großstädten wie Kasssel, Frankfurt oder auch Stuttgart stehen solche Maßnahmen an.

Weiter ging Wellach darauf ein, welche Dinge am Standort besser gemacht werden müssten. Zum Beispiel, dass an vielen Exponaten keine Hinweistafeln hängen und somit der einzelne Besucher ohne Führung oder Audioguide alleine gelassen wird. Auch Veränderungen in der Stadt seien notwendig: beispielsweise soll der Museumshof kein Parkplatz mehr sein, sondern als Museumsteil dienen.

Im Anschluss an die Präsentation stellte er sich den Fragen im Ausschuss. Dabei trat vermehrt die Angst auf, die Identität des Museums ein wenig zu verlieren. Das widerlegte allerdings Wellach und verwies als Beispiel darauf, dass momentan kein Ausstellungsteil die jüdische Geschichte Fuldas beinhalte. (Kevin Kunze)+++