30 Stelzvögel in Horas

Dank künstlicher Horste: Immer mehr Störche in der Region


Fotos: Hendrik Urbin

13.08.2019 / FULDA - Der Storch war in Osthessen lange Zeit nur ein seltener Gast. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Tiere aber wieder deutlich zugenommen. 30 der schwarz-weißen Stelzvögel tummelten sich am vergangenen Freitag am Ortsausgang von Fulda-Horas – ein immer häufigeres Bild in der Region, wie Jörg Burkardt vom Naturschutzbund Fulda erklärt.

„Die Störche können sich vor allem in Tallagen in der Nähe Gewässern gut einfinden – so wie in den Fuldaauen“, so der NaBu-Experte. Anfang der 2000er Jahre wurden zahlreiche künstliche Nisthilfen installiert, viele Vogelliebhaber haben auf private Rechnung Horste aufgebaut. Dabei ist das kein günstiges Hobby, denn die Nester sollten in mindestens elf Metern Höhe angebracht werden, damit die Tiere mit ihrer Spannweite von bis drei Metern genügend Platz haben.

In den vergangenen Jahren hat die RhönEnergie Fulda in der Region rund 40 wetterfeste und damit langlebige Nistplattformen aufgestellt. Der Wert pro Nest (Material, Arbeitsstunden, Maschinenstunden bei der Aufstellung) beträgt rund 2.000 Euro. "Damit haben wir etwa 80.000 Euro investiert, damit der Weißstorch hier wieder heimisch werden konnte", so die Pressestelle der RhönEnergie Fulda.

Schon vor dem zweiten Weltkrieg gab es zahlreiche Störche in der Region, die damals noch auf Bäumen und vor allem Schornsteinen Plätze zum Nisten und Brüten gefunden hatten. Mit dem Krieg wurden sie aber ausgerottet. Inzwischen sind es wieder mehr Störche als noch in früheren Zeiten, so Burkardt.

Störche werden im Durchschnitt 20 Jahre alt, Wildstörche jedoch nicht einmal zehn Jahre. Jungstörche können ab dem zweiten Lebensjahr Nachwuchs bekommen. Es dauert 33 Tage bis die Eier ausgebrütet sind, danach füttern die Eltern die Jungstörche. Und auch wenn manche Wiese, wie in Horas, von einer Gruppe Störchen belagert wird: Für den Menschen sind die Tier völlig ungefährlich. (Tim Frank) +++