SG Barockstadt - VfB Ginsheim 2:0 (2:0)

Erst souverän, dann taumelnd: Barockstadt mit dem dritten Sieg

Benjamin Fuß (l.) und die SG Barockstadt siegten verdient gegen Ginsheim, hatten in Hälfte zwei aber durchaus Probleme.
Fotos: Hendrik Urbin

11.08.2019 / FULDA - Drei Spiele, neun Punkte, noch immer ohne Gegentor: Fußball-Hessenligist SG Barockstadt Fulda-Lehnerz hat den geglückten Saisonstart ausgebaut und am Samstag einen 2:0 (2:0)-Heimsieg über den VfB Ginsheim gefeiert. Patrick Broschke und Patrick Schaaf trafen noch vor der Pause, in Abschnitt zwei mussten die in Überzahl spielenden Hausherren aber manch brenzlige Situation überstehen. 

Mit einem gelungenen Start in die neue Saison gingen beide Mannschaften in den dritten Spieltag. Während die Barockstadt souveräne Erfolge über Steinbach (5:0) und Griesheim (2:0) feierte, gelangen dem VfB aus Ginsheim torreiche Siege über Griesheim (4:2) und Regionalliga-Absteiger Dreieich (5:2). Auf dem Papier versprach die Begegnung also zu einem Spitzenspiel zu werden.

Und in das ging SGB-Lininenchef Sedat Gören nahezu unverändert. Nur auf einer Position tauschte Gören die Startelf seines Vertrauens aus und brachte für Jan-Niklas Jordan, Torschütze zum 1:0 in Griesheim, Leon Pomnitz. Der kreative Kopf der Barockstadt feierte nach seinem operierten Mittelhandbruch sein Comeback in der ersten Elf.

Pomnitz beackerte den linken Flügel und über diese Seite fiel noch in der Anfangsphase der erste Treffer für die Gastgeber. Neuzugang André Fließ wich aus dem Zentrum auf die linke Seite, zog bis zur Grundlinie durch und die scharfe Hereingabe verwertete in der Mitte Patrick Broschke zur Führung (13.). Ginsheims Schlussmann Frederic Erb sah beim langen Diagonalball zuvor aber nicht gut aus. In der Folge dominierte die SGB vor der glänzenden Kulisse von rund 1.000 Zuschauern die Begegnung und ließ im ersten Durchgang keine Ginsheimer Möglichkeit zu.

Zwar hatte die SGB auf dem kleineren und engeren Platz in Lehnerz gegen die dichte Abwehr der Gäste nicht immer Lösungen und versuchte sich des Öfteren mit langen Bällen, in der Viertelstunde vor der Pause aber häuften sich die Chancen. Erst strich ein Kopfball von Innenverteidiger Markus Gröger nach einer Fließ-Flanke knapp am langen Pfosten vorbei (32.), dann scheiterte Stürmer Dominik Rummel nach einem Steckpass an VfB-Torwart Erb (40.).

Die anschließende Ecke von Fließ köpfte Kapitän Patrick Schaaf vorbei. Zwei Minuten vor der Halbzeit war es aber passiert und die Barockstadt erhöhte verdientermaßen auf 2:0. Nach einer Pomnitz-Ecke konnte Erb einen Kopfball von Julian Pecks noch klären, doch die hohe Abwehr Richtung langer Pfosten nickte Schaaf zum zweiten SGB-Treffer des Tages ein (43.).

Zwar kam die Gören-Elf personell unverändert aus der Kabine, das Auftreten war aber zunächst ein anderes. Gäste-Trainer Artur Lemm hatte offensichtlich die richtigen Worte gefunden und zudem mit Teklab Henok einen Mann gebracht, der deutlich mehr Schwung ins Ginsheimer Spiel brachte. Die Barockstadt wirkte ob der VfB-Offensive indisponiert und ließ binnen weniger Minute zwei gute Chancen des eingewechselten Henok zu.

Rund zehn Minuten hatten die Gastgeber so ihre Problemchen, ehe sich die SGB gefangen hatte – und nach einer Stunde die Entscheidung verpassten. Der eingewechselte Dennis Müller bediente Rummel, der einen Gegenspieler im Strafraum stehen ließ, aber erneut an Schlussmann Erb scheiterte (59.). Als zwei Minuten später Ginsheims Nils Fischer mit der Ampelkarte vom Feld flog, sprach nun alles den dritten Erfolg im dritten Spiel.

Von der numerischen Unterzahl ließen sich die Gäste aber nicht beirren, drückten weiter und schenkten als erste Mannschaft SGB-Torwart Tobias Wolf ein Gegentor ein. Weil Maximilian Thomasberger allerdings im Abseits stand, fand der Treffer keine Anerkennung. Die Barockstadt, sie taumelte und Ginsheim erhöhte den Druck. In höchster Not verhinderte Wolf zwei Mal den Anschlusstreffer, während auf der Gegenseite die Barockstadt die sich bietenden Räume nicht konsequent nutzte.

Ein Beispiel? Der eingewechselte Yves Böttler erkämpfte sich stark den Ball, doch aus einer 3:2-Überzahl schlug die Barockstadt kein Kapital, weil der ebenfalls eingewechselte Dennis Müller freistehend vergab (82.). Es sollte folgenlos bleiben, denn Ginsheim verpasste es, mit einem Anschlusstreffer eine spannende Schlussphase einzuläuten. Der Barockstadt reichten die Treffer aus Durchgang eins, um zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor als Sieger vom Feld zu gehen.

"Wir hatten einen Hänger und einige haben vielleicht gedacht, dass man zwei Schritte weniger machen kann", sagte SGB-Trainer Gören über Abschnitt zwei, der klar an den Gast ging. "Ich war tief enttäuscht", sollte VfB-Trainer Lemm über den ersten Durchgang seiner Mannschaft sagen. Lemm habe Mut im Ballbesitz und im Spiel gegen den Ball vermisst und seine Elf daran in der Kabine erinnert.

Mit Erfolg, denn Ginsheim war deutlich verbessert. "Die zweite Hälfte waren wir besser, aber der Sieg geht dennoch in Ordnung", so Lemm weiter. Ähnlich sah es sein Gegenüber Gören. "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und in der zweiten Hälfte das dritte oder vierte Tor verpasst", führte der Barockstadt-Trainer aus. Ginsheim sei die erwartet schwere Aufgabe gewesen, die die Barockstadt aber dennoch löste. Auch wenn im zweiten Durchgang durchaus um die drei Punkte gezittert werden musste. (Tobias Herrling)

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:


SG Barockstadt: Tobias Wolf - Julian Pecks, Patrick Broschke (79. Jan-Niklas Jordan), Leon Pomnitz (56. Dennis Müller), Dominik Rummel (73. Yves Böttler), André Fließ, Patrick Schaaf, Dominik Crljenec, Benjamin Fuß, Markus Gröger, Sebastian Sonnenberger.

VfB Ginsheim: Frederic Erb - Lukas Manneck, Nils Fischer, Liam Fisch (46. Teklab Henok), Simon Geisler (64. Ozan Keskin), Ryota Ishii, Masaki Murata, Haris Jakubovic, Kai Euler (27. Matthias Manneck), Maximilian Thomasberger, Can Cemil Özer.

Schiedsrichter: Felix Behrger (Wehretal).

Zuschauer: 1.000.

Tore: 1:0 Patrick Broschke (13.), 2:0 Patrick Schaaf (43.).

Gelb-Rote Karte: Nils Fischer (Ginsheim, 61., wiederholtes Foulspiel). +++