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Verbandsliga-Auftakt (1)

Die gehandelten Favoriten halten sich bedeckt

Werten die Verbandsliga auf: Der Hünfelder SV (l. mit Sebastian Alles) und der SV Flieden (r. mit Marc Röhrig) rufen sich nicht selber als Favoriten aus.
Archivfoto: Hendrik Urbin

25.07.2019 / REGION - Am Wochenende startet auch die Fußball-Verbandsliga in die neue Spielzeit. Mit sieben osthessischen Mannschaften hat die Liga an Qualität und Charme hinzugewonnen. Der Hünfelder SV und der SV Flieden wollen zunächst gut in die Liga starten, Johannesberg und die Barockstadt-Reserve sich nach ihren Umbrüchen schnell finden.



Hünfelder SV

Als der Top-Favorit auf die Meisterschaft wurde der Hünfelder SV von der Konkurrenz auserkoren. Aufgrund der Qualität im Kader und dem Halten aller Leistungsträger sicherlich eine naheliegende Wahl. In der Haunestadt backt man jedoch kleine Brötchen. "Wir müssen sehen, dass wir die letzte Saison aus den Kleidern schütteln, das macht man auch nicht ebenso. Wir werden einen Teufel tun, und uns als Favorit erklären", betont Trainer Dominik Weber.

Dabei kann er auf eine gute Vorbereitung zurückblicken, auch wenn ihm so manches Ergebnis nicht gefallen hat. "Aber die Spieler sind auf einem ordentlichen Niveau", so Weber. Aufsteiger FC Körle scheint zum Saisonstart eine glückliche Aufgabe zu sein, wobei das Team, das als Letzter der Verbandsliga-Relegation aufsteigen durfte, für den HSV ein unbeschriebenes Blatt ist. "Wir kennen Körle nicht, deshalb müssen wir besonders wachsam sein", sagt Weber.

Mit dem Königstransfer Alexander Reith (SG Barockstadt) hat Hünfeld den ohnehin qualitativ starken Kader weiter verbessert, mit Levin Baumgart, Jonas Budenz und Aaron Gadermann zudem Nachwuchstalente verpflichtet. Der Großteil des Kaders blieb zudem an Board. "Es ist unser Kredo, dass wir eine Mannschaft beisammen haben, die nicht ligaabhängig zu- oder absagt", freut sich Weber über die Identifikation im Verein.

SV Flieden

Als Hessenliga-Absteiger haben einige Verbandsliga-Trainer auch den SV Flieden auf dem Zettel für den sofortigen Wiederaufstieg. Im Königreich schätzt man die eigene Rolle jedoch anders ein: "Wir wollen unter die ersten Sechs. Wir haben fünf Spieler, die länger verletzt sind. Da darf nicht mehr viel passieren", sagt Trainer Zlatko Radic. Die ersten beiden Plätze sind für die Buchonen vorerst kein Thema.

Am Samstag (17 Uhr) geht es gegen den einstigen Hessenliga-Konkurrenten OSC Vellmar. "Die Testspiele sind egal, in den ersten Spielen gibt es keine Favoriten. Ein guter Start ist die halbe Miete", so Radic. Dennoch bescheinigt er seiner Mannschaft eine gute Vorbereitung. Seine einsatzfähigen Spieler sind topfit, "es soll jetzt endlich losgehen." Mit einem Kader, der sich drastisch verjüngt hat.

Denn bis auf Aaron Neu kamen alle Spieler aus A-Jugend-Teams aus der Region. Und selbst Neu ist erst 21 Jahre jung. "Das kann gut sein, es kann aber auch dauern, bis man den Rhythmus findet", bewertet Radic diese Aufgabe. Jedoch eine, die für ihn extrem reizvoll ist: "Es ist ein Vorteil, junge Spieler zu trainieren, weil sie sich beweisen wollen." Dies beginnt mit dem Start gegen Vellmar, den sich der SV Flieden trotz Verletzungssorgen herbeisehnt.

SG Johannesberg

Wie in den letzten Jahren hat der Kader der SGJ einen Umbruch erfahren, den neun Abgängen stehen sieben Zugänge gegenüber. Unter ihnen die Hessenliga-erfahrenen Marcel Mosch (SG Barockstadt), Marius Löbig (RW Hadamar) und Jonas Lembach (SV Flieden). Mit Zeljko Karamatic hat zudem ein neuer Trainer die Mannschaft übernommen, der schon einmal ein halbes Jahr in Johannesberg trainiert hat.

"Er kennt das Umfeld und hat die Aufgabe, die Mannschaft zusammenzuführen", sagt SGJ-Vorstand Lothar Plappert vor dem Auftakt am Wochenende bei Aufsteiger Türkgücü Kassel. Nach den Startschwierigkeiten in der vergangenen Runde hofft man im Fuldaer Westen auf einen besseren Auftakt, Vorstand Plappert spricht aber von einem "schwierigen Programm". 

Nach zwei Auswärtsspielen in Kassel kommen Aufsteiger Melsungen und Aufstiegsaspirant Hünfeld nach Johannesberg. "Das wird für uns eine Standortbestimmung sein", ist sich Plappert sicher. Auf dem Papier schätzt der Vorstand den Kader - vor allem wegen der Neuzugänge Mosch und Löbig - stärker ein als in der vergangenen Saison und möchte in der Endabrechnung im oberen Tabellendrittel landen.

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II

Vier Abgängen stehen bei der Barockstadt-Reserve fünf Neuzugänge gegenüber. Und die kommen, abgesehen von Torwart Hans-Peter Schwarz (SG Schlitzerland), allesamt aus der A-Jugend. Hamed Noori, Anto Vinojcic und Dominik Piechutta kommen aus dem eigenen Stall des JFV Viktoria Fulda in die Elf von Marco Lohsse, Maurice Weitzel schließt sich vom FV Horas der SGB an.

"Für mich als Trainer ist das enorm reizvoll, junge Spieler zu entwickeln und ihnen den Sprung in die Verbandsliga zu ermöglichen", sagt Lohsse zum vom Verein angetriebenen Umbruch, die zweite Mannschaft künftig als U23 auflaufen zu lassen. Ein Umbruch, der zwar viele Chancen ermögliche, aber auch Geduld erfordere. "Es ist etwas ganz anderes, eine erste Mannschaft und gestandene Spieler zu trainieren", weiß Lohsse, dass es einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bis sich die jungen Spieler an den Senioren-Fußball gewöhnt haben.

"An die Tabellenregion aus dem Vorjahr brauchen wir nicht denken. Wir wollen so schnell wie möglich die Liga halten", rückt Lohsse den Klassenerhalt in den Fokus. Eine sorgenfreie und ruhige Spielzeit schwebt dem SGB-Trainer vor, damit sich die Talente frei von Druck entwickeln und im besten Fall für Sedat Gören und den Hessenliga-Kader empfehlen können. (Tino Weingarten / Tobias Herrling) +++

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