Traumberuf Landwirt

Feierliche Verabschiedung der Absolventen der Fachschule für Agrarwirtschaft

Mit Recht Stolz auf ihren Abschluss: die Absolventen
Alle Fotos: Martin Engel

16.07.2019 / GROßENLÜDER - Die Zweijährige Fachschule für Wirtschaft der Fachrichtung Agrarwirtschaft Fulda hat in einer Feier im Landgasthof „Hessenmühle“ bei Kleinlüder 25 Studierende des Studienjahrgangs 2017 bis 2019 verabschiedet. Dabei nahmen die 22 Betriebswirte sowie drei Betriebswirtinnen zahlreiche Glückwünsche entgegen. Dreizehn Absolventen erlangten zusätzlich die Fachhochschulreife. Fachschulleiter Martin Grenzebach gab allen Empfehlungen mit auf den weiteren Lebensweg und stellte heraus, die ehemaligen Schüler hätten mit ihrer erfolgreichen Prüfung den „Grundstein für die Ausbildereignung gelegt“.

Ihre Berufsausbildung bei gleichzeitigem Engagement im Betrieb oder im persönlichen Umfeld sei für die Studierenden eine Herausforderung gewesen, meinte Michael Stein, stellvertretender Direktor des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen (LLH) und dort zugleich Abteilungsleiter Bildung. Der Festredner sprach die Lage der Landwirtschaft und das Spannungsfeld, in der sie sich befinde, an. Klimawandel, Klimaschutz, Düngeverordnung, Glyphosat, Kastenstand, Kastration, ja eine ganze Palette an Themen könne er auflisten, mit der man sich im Berufsstand und im Alltag auseinandersetzen müsse. Doch viele ehemalige Studierende erklärten noch nach Jahren, sie hätten sich für einen der schönsten Berufe entschieden. Dieses Selbstbewusstsein und diesen Stolz sollten sich Bauern bewahren.

Umwelt und Landwirtschaft müssten miteinander versöhnt werden, sonst sei Landwirtschaft nicht mehr möglich, erklärte er. Und laut Deutschem Bauerntag werde Landwirtschaftspolitik grüner, doch sie müsse gestaltet und Fördermodalitäten geregelt werden. Klimaschutz, Biodiversität und Tierwohl nannte er als weitere prägende Begleiter der Landwirtschaft. Die Menschen würden von landwirtschaftlichen Betrieben unter anderem die Bindung von Kohlendioxid, vielfältige Fruchtfolgen, Insektennahrung, die Erhaltung von Dauergrünland, artgerechte Tierhaltung und Weidegang erwarten. Wer aber glaube, dass das alles über den Produktpreis abzugelten sei, den bezeichnete er als naiv. Es benötige Systeme, wie dies honoriert werden könne. Was die Landwirtschaft außer der Nahrungserzeugung für Natur und Umwelt leiste – etwa bereits 118 000 Hektar angelegte Blühstreifen –, bedürfe einer viel höheren Herausstellung in der Öffentlichkeit.

Landwirte müssten sich in der Gesellschaft oder auch in politischen Diskussionen verstärkt einbringen. Die Kommunikation in den Unterrichtsplan an Fachschulen einzubinden, bezeichnete er als eine Forderung aus „verschiedenen Richtungen“. Bei der Bundestagung der landwirtschaftlichen Fachschulen, die demnächst in Fulda stattfindet, sei dies auch Thema. Die Landwirtschaft werde sich dem Wandel nicht verschließen und diesen mitgestalten, so Matthias Bug, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld, der im Namen von Kreislandwirt Emil Funk gratulierte. Dieser Umbruch könne jedoch nicht von heute auf morgen geschehen. Zugleich forderte er im Zuge des Wandels Sicherheiten von Politik und Verbänden.

Martin Sudbrock, Fachdienstleiter Landwirtschaft beim Landkreis Fulda, übermittelte die Glückwünsche von Landrat Bernd Woide (CDU). Der Kreis und seine Gremien stünden hinter ihren heimischen Betrieben. Winfried Schäfer, Vorsitzender des Fuldaer Vereins landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen, dankte den Studierenden, die sich bei verschiedensten Veranstaltungen eingebracht hatten. Jakob Dimmerling, Janina Wagner und Marc Engel stellten eine Teamarbeit mit dem Titel „Öffentlichkeitsarbeit mit modernen Medien“ vor. Sie berichteten über die tolle Zusammenarbeit mit Osthessen-News, welche die Möglichkeiten und Plattform zur Durchführung des Projektes zur Verfügung stellte. Vor allem Niklas Sven Brumund war mit seiner Kameratechnik und Beratung bei der Umsetzung der Kurzvideos eine große Hilfe.

Absolventen der Fachschule für Agrarwirtschaft

Annelie Reinhard und Maximilian Hodes, die beiden Klassensprecher, ließen die Schuljahre Revue passieren und überreichten Schulleiter Grenzebach ein Präsent. Christian Abel (Hofbieber-Langenbieber), Jakob Dimmerling (Großenlüder), André Eichler (Haunetal-Oberstoppel), Sarah Eiffert (Sinntal-Breunings), Marc Engel (Fulda-Niederrode), Alexander Fehl (Freiensteinau), David Helmke (Rasdorf-Grüsselbach), Yannik Hilpert (Eiterfeld), Dominik Käsmann (Eiterfeld-Körnbach), Marek Kern (Künzell-Dirlos), Simon Krimmel (Hünfeld), Christof Lang (Kalbach-Oberkalbach), Tobias Mathes (Poppenhausen- Gackenhof), Annelie Reinhard (Hofbieber-Elters), Christoph Schäfer (Dipperz-Külos), Lucas Schiebelhut (Hilders-Dietges), Patrick Stein (Lauterbach-Wernges), Adrian Völker (Geisa-Geismar), Janina Wagner (Gelnhausen-Meerholz), Andreas Weichlein (Ebersburg-Ebersberg), Felix Weinfurtner (Lautertal-Engelrod) und Johannes Witzel (Haunetal-Wehrda). Die Klassenbesten sind Maximilian Hodes (Note 1,3 / Fulda-Maberzell), Daniel Link(1,6 / Dipperz-Külos) Maximilian Seim (1,9 /Feldatal-Ermenrod). (pm)+++