Größter Erfolg der SGE

Die Geschichten des Ehrenberger Aufstiegs

Nach Abpfiff war Feiern angesagt: Die Fans empfangen die Spieler zur "Welle"
Archivfotos: Jonas Wenzel (Yowe)

10.06.2019 / EHRENBERG - In der kommenden Saison darf sich die SG Ehrenberg Fußball-Verbandsligist nennen. Mit dem 2:1-Sieg im letzten Spiel der Aufstiegsrunde über Türkgücü Kassel schafften die Ehrenberger aus eigener Kraft den Sprung in die zweithöchste hessische Spielklasse. Und der Verbandsliga-Aufstieg der SG Ehrenberg erzählte seine eigenen Geschichten.

Rund 2.000 Zuschauer boten in Wüstensachsen einen mehr als würdigen Rahmen für ein Aufstiegsspiel, schon von Weitem war zu erkennen, um was die 22 Spieler auf dem Rasen spielen. Ballons in den Vereinsfarben zierten die Geländer, ein riesiges Plakat hinter dem Ehrenberg-Block motivierte, die Fans und Spieler aus Kassel wurden mit dem Plakat "Willkommen im Hexenkessel" begrüßt.

"Wir wussten ja, dass hier alle verrückt sind", sagte Mark Jaksch nach dem Spiel mit einem Lachen und fügte an: "Was die Zuschauer hier geleistet haben, war überragend." All das, weil allein der Aufstieg der SG Ehrenberg in die Geschichte eingehen wird. Nie spielte der Verein aus der Rhön höher, entsprechend groß ist die Vorfreude bei Spielern und Verantwortlichen. "Das wird interessant werden. Es wird was anderes, aber auch etwas Einmaliges", blickt Mark Jaksch auf die kommende Spielzeit hin, die einige interessante Duelle bereithalten wird.

Worüber sich die SGE-Akteure am meisten freuten: Sie schafften den Aufstieg, ohne sich beim SV Neuhof für einen weiteren Aufstiegsplatz bedanken zu müssen. "Wir haben uns das verdient. Wir mussten nicht auf andere hoffen, sondern konnten das alleine packen", so Jaksch. In einer intensiven Partie wusste Ehrenberg im zweiten Durchgang, Kassel mehr und mehr in Schach zu halten und selber offensiv gefährlicher zu agieren.

Innerhalb weniger Minuten drehten Andre van Leeuwen (58.) und Marius Bublitz (62.) eine Partie, die zu dieser Zeit unheimlich an Fahrt aufgenommen hatte. Bei der Erwähnung der Torschützen leitet sich auch die zweite Geschichte hinter dem Ehrenberger Aufstieg ein. Denn van Leeuwen verlässt die SG Ehrenberg nach der Saison, zieht nach Berlin und pausiert mit dem Fußball.

Es ist schon fast etwas kitschig, dass ausgerechnet der 27-Jährige für den Ausgleich sorgte und so die Wende herbeiführte. Aber es passte an diesem Tag. Die Zuschauer dankten ihm bei seiner Auswechslung nach 88 Minuten mit großem Applaus also nicht nur für die gute Leistung, sondern für seinen Einsatz in den zwei Jahren bei der SGE. Dass schlussendlich in seinem letzten Spiel der größte Erfolg der Vereinsgeschichte heraussprang - rundet die Geschichte ab.

Für seine Teamkollegen steht nun das Abenteuer Verbandsliga an. War die zweithöchste Spielklasse Hessens lange Zeit als unattraktiv für osthessische Vereine abgestempelt, sieht das im nächsten Jahr mit insgesamt sieben Vereinen aus der Region anders aus. Auf welche Fahrt sich die Ehrenberger aber am meisten freuen? Für die Antwort reichte ein Blick auf das Plakat: "Willingen, wir kommen". Ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte der SG Ehrenberg. (tw) +++

Da steckt Arbeit hinter: Die Ehrenberger beeindruckten mit einem riesigen Plakat

Geschichten, die der Fußball schreibt: Andre van Leeuwen traf in seinem letzten Spiel und verhalf Ehrenberg dadurch zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte