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"Das ist was Besonderes"

Daniel Martella und Lars Wiegand: Fünf Jahre, ein Verein

Gehen gemeinsam ins fünfte Jahr im selben Verein: Daniel Martella (l.) und Lars Wiegand
Fotos: Jonas Wenzel (Yowe)

04.06.2019 / FULDA - Vereinstreue wird bei vielen Sportlern großgeschrieben, doch eine Zunahme Richtung häufiger Vereinswechsel ist zu erkennen, sollte es nicht klappen wie erhofft. Ein erfrischendes Gegenbeispiel sind Daniel Martella und Lars Wiegand von der Fußball-Kreisoberliga-Mannschaft der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, die ihrerseits ins fünfte Jahr in Lehnerz gehen.



Gerade die Trainerposition ist im „Geschäft Sport“ erfolgsabhängig. Geraten Ziele außer Reichweite, muss der Trainer seinen Hut nehmen. In Lehnerz ist das bislang nicht passiert. „Das ist was Besonderes. Wenn man in die breite Masse schaut, ist ein Trainer drei Jahre da. Mir macht es genauso viel Spaß wie am ersten Tag“, sagt Daniel Martella, Spielertrainer der dritten Barockstadt-Mannschaft, als sich ON|Sport mit ihm und Torhüter Lars Wiegand trifft. Das hat auch was mit Vereinstreue zu tun, die Wiegand nicht mehr an vorderster Front sieht.

„Das Vereinsleben ist glaube ich nicht mehr Priorität Nummer eins. Es wird seltener, dass Spieler fünf, sechs Jahre bei einem Verein bleiben.“ Ausnahmen bestätigen die Regel. Dass Keeper Wiegand das nicht nur so sagt, sondern auch vorlebt, hat die vergangene Saison zahlreich bewiesen, als der 31-Jährige achtmal im Kasten der Verbandsliga-Mannschaft stand und weitere siebenmal als Ersatztorwart bereitstand. „Für mich ist das Zeitliche kein Grund zu sagen, dass ich das nicht mache“, betont Wiegand angesprochen auf die Auswärtsreise zum SC Willingen.

Nachts um ein Uhr war der SGB-Tross wieder in Fulda angelangt, „das hat dann schon gezerrt“, gibt Wiegand zu. Auch mental sei es eine Belastung, denn als Torwart müsse man zu 100 Prozent konzentriert sein, es sei schwieriger, ins Spiel zu finden. „Da habe ich aber die Rückendeckung von meinen Kameraden gespürt“, so Wiegand. „Der Verein kann froh sein, so jemanden zu haben, der den Verein im Vordergrund sieht“, betont Spielertrainer Martella.

Auch er ist der Meinung, dass Spieler weniger vereinsbezogen denken, nach einer persönlich schwachen Saison oder des Vereins lieber eine neue Herausforderung suchen: „Das selbstkritische Denken ist vielleicht ein bisschen liegengeblieben. Ich weiß nicht, wie man als Trainer oder Verein gegensteuern kann.“ Was die abgelaufene Spielzeit angeht, sieht Martella das Glas als „halbvoll“ an, weiß aber auch, dass mehr möglich ist.

39 Punkte holte die SGB III in der Kreisoberliga Mitte, lief damit auf dem zwölften Platz ein. „Wir waren nominell besser besetzt, haben aber weniger Punkte geholt als im Jahr davor. Mein eigener Stamm muss stärker an sich arbeiten“, fasst der Spielertrainer zusammen, der in der Vorbereitung zur neuen Saison Wert drauf legt, dass die eigene Mannschaft mehr Eigeninitiative beweist. Ab dann bekommt Martella zudem Unterstützung von Thomas Kretzer, der dann sein Co-Trainer wird.

Auch in der eigenen Mannschaft merkt er eine gewisse Unverbindlichkeit, ins Training zu kommen. „Für eine dritte Mannschaft sind wir gut aufgestellt, aber es geht deutlich besser.“ So bekommt auch er den vermutlichen Rückgang des vereinsbezogenen Denkens mit. Doch mit Daniel Martella und Lars Wiegand spielen bei der SG Barockstadt zwei von wahrscheinlich dennoch mehreren Beispielen in der Region, die das Vereinsleben und die Vereinstreue auf die obere Stufe stellen. (tw) +++

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