7. Deutscher Clickball-Cup

FV Horas lädt zur dritten Clickball-Party in Folge

In Fulda steigt Mitte Juni die siebte Auflage des Clickball-Cups, zum dritten Mal in Folge in der Barockstadt.
Archivfoto: Jonas Wenzel (Yowe)

24.04.2019 / FULDA - Mitte Juni dreht sich in der Fuldaer Heinrich-Gellings-Halle wieder alles um Clickball: Am 15. und 16. Juni findet das Clickball-Turnier in Deutschland statt, das Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft, die World Championship of Ping Pong, im kommenden Jahr.

Ausrichter ist erneut der FV Horas, der den 7. Deutschen Clickball-Cup organisiert. Im Interview sprechen der Clickball-Initiator Jürgen Leu und der Ausrichter aus Fulda, Michael Schneider, über das Turnier, den wachsenden Zuspruch der Sportart und Highlights bei der siebten Auflage des Clickball-Cups. 

Frage: Herr Leu, in nicht einmal mehr als zwei Monaten dreht sich in Fulda, der Sportstadt in der Mitte Deutschlands, erneut alles um den 40mm-Ball und den eindringlichen „Clicker-Sound“ der Sandpapierschläger. Warum stecken Sie bereits das siebte Jahr in Folge gemeinsam mit der immer weiterwachsenden, deutschen Clickball-Gemeinschaft Ihre Energie und vor allem Freizeit in den Ausbau des „Clickballs“ als alternative Tischtennis-Disziplin?

Jürgen Leu: Ein Großteil der Clickball-Spieler in Deutschland ist – wie ich selbst – auch im originären Tischtennissport aktiv. Viele von uns suchen jedoch in unserer schönen Sportart den „Kick“, denn Zuschauer finden nur selten den Weg in die Turnhallen, um uns anzufeuern oder einfach Spaß zu haben. Aufgrund seiner Schnelligkeit und Komplexität ist Tischtennis wenig attraktiv für Zuschauer. Zudem bestimmen die mittlerweile bereits hochkomplex entwickelten Materialien der Schläger die Ballwechsel und machen unseren Sport so zusätzlich wenig nachvollziehbar für Laien an der Bande.

Clickball beziehungsweise Ping Pong, wie der Trend weltweit heißt, wirkt dem entgegen: Das Besondere beim Clickball ist der Schläger. Dieser besteht aus einem einfachen Holz und ist beidseitig mit farbigem Sandpapier beklebt. Ausnahmen gibt es keine. Alle spielen mit einheitlichen Schlägern. Der Sandpapierbelag sorgt dafür, dass das Spiel rotationslos, deutlich langsamer wird und damit die Matches emotionaler – für die Spieler, aber auch für die Zuschauer.

Als ich mit dieser Idee des einheitlichen Sandpapierschlägers und modifizierter Spielregeln im Januar 2013 aus England von der WCPP, der World Championship of Ping Pong, zurückkam, wollte ich zunächst testen, ob die Tischtennisspielerinnen und -spieler in Deutschland überhaupt Interesse am Clickball haben – ob das „Clickern“ überhaupt ankommt. Und nun darf ich auf sieben erfolgreiche Jahre zurückblicken. 

Der anfängliche Zuspruch vieler Freunde, auch die vielen Zuschriften der Spieler im gesamten Bundesgebiet und natürlich von Butterfly als Ausrichter haben Clickball als alternative Tischtennisform wachsen lassen und ich denke, da geht noch mehr. Die Entwicklung der letzten Jahre und die steigende Teilnehmerzahl bei den Deutschen Meisterschaften ist auch für mich eine Bestätigung, dass sich die Energie und das Freizeitengagement lohnen. 

Frage: Der 7. Clickball-Cup findet erneut – das dritte Jahr in Folge – in Fulda statt. Warum haben Sie auch 2019 die Verantwortlichen vom FV Horas mit der Durchführung betraut? 

Leu: Das ist ganz einfach, sie sind einfach spitze (lacht). Die Entscheidung, die Deutschen Clickball-Meisterschaften von Erfurt nach Fulda zu verlegen, war damals ganz pragmatisch: wir haben schlicht keine Möglichkeit in Erfurt erhalten, dieses Event erneut unter annehmbaren Bedingungen durchführen zu können. Michael Schneider und die Jungs vom FV Horas kannte ich bereits schon von der Tischtennis-Oberliga, in der ich bereits vor einiger Zeit selbst aktiv war.

Zudem haben wir viele Erfurter, die aus beruflichen Gründen nach Fulda gegangen sind und jetzt dort spielen. Fulda ist nicht nur eine bekannte Sportstadt, sie liegt auch für alle Spielerinnen und Spielern gut erreichbar in der Mitte der Bundesrepublik und bietet zudem sehr gute Bedingungen, unter anderem eine fast perfekte Sportstätte, viel Unterstützung durch die Stadt selbst sowie die Spieler und Sponsoren vor Ort, die bereits seit drei Jahren „an Bord“ sind und den Clickball-Cup zum Erfolg führen. 

Frage: Herr Schneider, warum haben Sie sich vom FV Horas dafür eingesetzt, die Deutschen Clickball-Meisterschaften nach Fulda zu holen und sie auch in diesem Jahr durchzuführen? Warum ist es Ihnen so wichtig dieses Event auszutragen? 

Michael Schneider: Wir sind vor vier Jahren das erste Mal bei Clickball in Erscheinung getreten, als wir das Qualifikationsturnier „Südwest“ ausgetragen haben. Alle Helfer von uns waren sofort begeistert vom Format „Clickball“. Als dann noch Jürgen Leu bei uns anfragte, den Deutschen-Clickball-Cup ein Jahr später in Fulda auszurichten, zögerten wir nicht lange und sagten zu. Seitdem macht uns die Ausrichtung sehr viel Spaß und das Zusammenspiel mit Jürgen Leu ist sehr angenehm.

Mit seiner Erfahrung im Clickball und seinen guten Connections war es für uns auch ein leichter Start in der Clickball-Branche. Ich selber finde Clickball einfach eine super Alternative und Abwechslung zum normalen Tischtennis und kann mich damit sehr gut identifizieren und stecke mit dem Team vom FVH deshalb gerne viel Herzblut hinein.  

Frage: Welche Besonderheiten, Highlights und Ideen wollen Sie dieses Jahr realisieren? Worauf dürfen sich die deutschen Clickball-Fans freuen?

Schneider: Wer schon Erfahrungen mit Clickball hat, der weiß, dass es eine abwechslungsreiche, bunte und coole Veranstaltung ist. Das kann man mit normalem Tischtennis nicht vergleichen. Das versuchen wir natürlich auch beim Event in Fulda dieses Jahr wieder umzusetzen: Jürgen hat wie im Vorjahr einen DJ engagiert, der den Spielern und Zuschauern beim Turnier permanent einheizen wird. Wir versuchen am Sonntag beim Finaltag eine tolle Zuschauerkulisse hinzubekommen.

Eine „Center-Court-Atmosphäre“ soll einen Hauch von der Weltmeisterschaft im Ally-Pally nach Fulda bringen. Natürlich bekommt jeder Teilnehmer wie in den letzten Jahren seine persönliche Startnummer mit seinem Fightnamen darauf. Und wer leider nicht in Fulda „live“ dabei sein kann, die Planungen für einen Livestream laufen. Für das leibliche Wohl ist sowieso bestens gesorgt und der FV Horas hat immer noch die eine oder andere Überraschung im Köcher ... 

Frage: Wer kann mitmachen? Wie kann man dabei sein und wie funktioniert die Anmeldung für die Deutschen Meisterschaften und was winkt den Spielerinnen und Spielern? 

Schneider: Jeder mit deutscher Staatsbürgerschaft kann mitspielen. Egal ob jung, alt, weiblich oder männlich – wir spielen alle in einer Turnierklasse. Es gibt eine Einzel- sowie eine Doppelkonkurrenz. Anmelden geht ganz einfach: Name, Fightname, Bundesland, Doppelpartner per Email an michaelschneider82@googlemail.com senden. Dann die Startgebühr überweisen und schon ist man dabei. Die beiden Erstplatzierten ergattern sich jeweils einen Startplatz für die Weltmeisterschaften 2020. Das Gesamt-Preisgeld im Einzelwettbewerb beträgt 1.200 Euro. Darüber hinaus erwartet den Teilnehmern natürlich ganz viel Fun, neue Kontakte – einfach eine tolle Clickball-Party.  

Das Interview führte Juliane Dorf-Leu für das Portal clickball.de. (pm/the) +++



Clickball-Initiator Jürgen Leu (l.) und Michael Schneider (r.) vom Ausrichter FV Horas.
Fotos: privat