In Halle 7

Leistungsschau des Handwerks: "Große Chancen für den Nachwuchs"

Dachdecker in Halle 7
Fotos: Marius Auth

17.03.2019 / FULDA - Der Nachwuchs fehlt im Dachdeckerhandwerk genau wie in anderen Gewerken, dabei sind Vielfalt und Zukunftschancen ausgeprägter denn je. In Halle 7 auf der Trendmesse Fulda stellen die Azubis im dritten Lehrjahr ihre vorbereitenden Projekte auf die Gesellenprüfung vor.



Ausbilder Rene Strebe erläutert die Projekte am Stand: "Von der Ornament-Fassade über die altdeutsche Deckung bis zum Flachdach zeigen unserer Azubis hier, was sie können. Über Praktika können junge Menschen, die noch unentschlossen sind, bei uns reinschnuppern. Nach der bestandenen Gesellenprüfung kann entweder die Technikerschule absolviert werden, die Meisterschule besucht werden und dann entweder als angestellter Meister im Betrieb gearbeitet werden oder selbstständig. Nach der Meisterprüfung kann aber auch noch der Bauingenieur aufgesattelt werden. Aber die Ausbildungssituation ist weiterhin sehr schlecht: Zu wenige Lehrlinge kommen auf zu viele Dachdeckerbetriebe."

Gleich ums Eck buhlen die Anlagenmechaniker um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen: "Unser Handwerksbereich war früher Heizung und Sanitär. Heute nennt sich das Anlagenmechaniker, da ist noch die Klimatechnik hinzugekommen, das war früher nur die Lüftungsanlage. Durch die technischen Entwicklungen und Anforderungen haben wir ein abwechslungsreiches Leistungsspektrum bekommen, das es so kaum im Handwerk gibt. Vom Elektrobereich über den Hydraulikbereich bis zum Wärmebereich muss der Anlagenmechaniker alles abdecken. Und nach der Ausbildung kann man sich in allen Bereichen weiterentwickeln: Gerade im Wärmepumpenbereich und im Thermiesolarbereich sind Spezialisten gefragt. In den letzten zehn Jahren hat sich die Technologie so stark weiterentwickelt, dass der Anlagenmechaniker zum halben Elektriker geworden ist, gerade im Smart Home-Bereich. Der Heizungskessel kann inzwischen von unterwegs mit dem Smartphone angesteuert werden, Energieeffizienz ist zum großen Thema geworden. Deswegen müssen sich unsere Leute weiterbilden, um auf dem Laufenden zu bleiben. Die neueste Entwicklung sind Wasserhähne, die mit dem Handy aktiviert werden müssen: In der Altenpflege etwa muss das Wasser hygienisch einwandfrei sein, außerdem kann so die Nutzung dem Gesundheitsamt genau dokumentiert werden", erklärt Ausbilder Volker Zentgraf. 
(mau) +++

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