1.000 Zuschauer im ausverkauften Oval

Ein grandioser Torsten Sträter: Trockener Humor ohne roten Faden

Torsten Sträter begeisterte
Fotos: Moritz Pappert

16.03.2019 / FULDA - Torsten Sträter, der Mann mit der Mütze, ist ein wahrer Ausnahmekünstler. Ohne großes Bühnenbild und ohne große Show steht er auf der Bühne und begeistert die Zuschauer mit seinen einfachen, aber grandiosen Sprüchen. So auch am Freitagabend im ausverkauften Wartenberg Oval. Der Meister des trockenen Humors begeisterte knapp 1.000 Besucher.

Einen roten Faden hat „Es ist nie zu Spät, unpünktlich zu sein“, scheinbar nicht. Sträter schweift ständig aus seinem Programm ab. Gut so, denn der 52-jährige bewies, dass spontane Gags und vor allem die Interaktionen mit dem Publikum schon lustig genug sind. In seinen Geschichten, die alle aus dem „ganz normalen Alltag“ gegriffen sind, erkennt man sich teilweise selbst wieder.

Großes Thema bei Sträter ist auch die moderne Technik. Hier teilt er Erfahrungen mit seiner neuen Fitnessuhr, die ihm sagt, er soll täglich 8.000 Schritte gehen - er wüsste nur nicht wohin, oder als er im Fitnessstudio einen Saugroboter in seine Einzelteile zerlegt, da dieser einer Personenwaage zum Verwechseln ähnlich sieht. Der gelernte Herrenschneider lässt auch das Publikum an seinem „normalen“ Tour-Alltag teilnehmen.

Er erzählte von ein paar älteren Damen, die auf ihn zu kamen und ihn mit einem Musiker der Band Santiano verwechselten. „Wo sind denn die anderen fünf?“ Sträter bleibt ehrlich und wird dabei nie verletzend. Selbst bei einer dauerhaft störenden Zuschauerin bleibt Sträter seriös, höflich und versucht die doch schwierige Situation mit Humor zu retten.

Wenn man über manche Gags etwas länger nachdenkt, haben manche sogar eine wichtige Botschaft. Beispielsweise, beim Thema Umwelt. „Ich brauche keine Plastikdeckel beim Kaffe. Ich halte den Becher einfach mit der Öffnung nach oben“. Am Ende meinte ein Zuschauer: „Der ist einfach genial“. Und dem ist nichts mehr hinzuzufügen. (Moritz Pappert) +++