Auch Dr. Hamberger demonstriert mit

Greta macht Schule: Fridays For Future-Demo fürs Klima auf dem Uniplatz


Fotos: Jonas Wenzel (Yowe)

16.03.2019 / FULDA - Die 16-jährige schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg macht Schule: Die weltweite Schülerprotestbewegung Fridays For Future hat an diesem Freitag auch Fulda erreicht. Trotz Unmuts der Schulverwaltungen haben sich auf dem Uniplatz rund 600 Schüler mit Transparenten der Bewegung angeschlossen und demonstrieren für eine bessere Klima- und Umweltpolitik. "Wir haben ein wichtiges Anliegen, das nicht warten kann - schließlich geht es um unsere Zukunft. Deshalb ist dieses Engagement jetzt und hier gefragt und lässt sich nicht aufschieben", sagt die 14-jährige Mia Richter, die mit ihren Klassenkameraden den regulären Unterricht bestreikt. 

Sie befinden sich in großer Gesellschaft: Am heutigen Freitag wollen auf jedem Kontinent in mehr als 98 Städten hunderttausende Auszubildende, Schüler und Studierende auf die Straße gehen, um für eine bessere Klima- und Umweltpolitik zu kämpfen. Über 1.000 Demos seien geplant, um auf das für alle zukunftsträchtige Thema aufmerksam zu machen, melden die Organisatoren. Die Jugendlichen fordern einen sofortigen Wandel der aus ihrer Sicht unzulänglichen Klimaschutzmaßnahmen. Zum Beispiel sei der für 2038 geplante Kohleausstieg nicht ausreichend, mahnen sie. " Wir müssen bis spätestens 2030 aus dem Abbau von Kohle als fossiler Energieträger ausgestiegen sein, um den Klimawandel noch aufhalten zu können."

Auch Alt-OB Dr. Wolfgang Hamberger demonstriert mit

Unter den vielen Jugendlichen fällt der fast 90-jährige Alt-OB Dr. Wolfgang Hamberger auf. "Ich bin hier, weil ich den jungen Menschen und namentlich Greta Thunberg dankbar für ihr Engagement bin", sagt er und wünscht sich explizit, dass auch mehr Erwachsenen den Ernst der Lage erkennen und sich ebenfalls für eine sauberere und gerechtere Zukunft einsetzten. 

Deborah Düring und Sascha Meier, Sprecherin und Sprecher der Grünen Jugend Hessen erklären zum Anliegen der Bewegung: "Es kann nicht sein, dass 2050 mehr Plastik im Meer sein soll, als es Fische geben wird. Lebewesen ersticken und verhungern mit vollen Mägen, weil wir es nicht schaffen, unseren Müll richtig zu recyclen und zu entsorgen! Wir verpesten unsere Luft mit Autos, die seit Jahren bessere Standards einhalten könnten und lügen uns mit den Umweltplaketten vor, ein 'grünes' Auto zu fahren." Genau das alles und noch viel mehr müsse sich jetzt ändern.

Auch einige Erwachsene wollen den Protest nicht den Jugendlichen allein überlassen und haben sich der Demonstration auf dem Uniplatz angeschlossen. "Mag sein, dass auch Schüler dabei sind, die einfach nur den Unterricht schwänzen wollen", räumt Frank Hedrich ein. Doch die allermeisten hätten wirklich eine brennende Sorge, die sie zu Recht umtreibe. Die Schulleitungen sollten trotz der gesetzlichen Schulpflicht auf jeden Fall ein Auge zudrücken. "Wenn sogar die Bundeskanzlerin sagt, dass sie die Schülerproteste gutheißt, ist das doch eine gute Entschuldigung", sagt der Fuldaer.

“I think we are only seeing the beginning. I think that change is on the horizon and the people will stand up for their future", sagt Greta Thunberg. Dafür lohne es sich zu kämpfen, auch wenn die Hürden noch so hoch sind, meint Mia und hält ihr selbstgemaltes "Klima schützen!"-Plakat hoch. (Carla Ihle-Becker)+++