„Tatort Fulda“

Gruseliger Knochenfund in der Hochschulbibliothek - Man tippt auf Mord

Nina Petri (links) und Ruth Ware
Alle Fotos: Martin Engel

14.03.2019 / FULDA - Schweinerei! Immer wenn es bei der Veranstaltungsreihe „Tatort Fulda“ so richtig spannend wird, bricht die Lesung ab. So auch am Mittwoch, als die aus Film und Fernsehen bekannte Schauspielerin Nina Petri in der Hochschulbibliothek aus dem brandneuen Thriller „Wie tief ist deine Schuld“ rezitierte. Besonderes Bonbon an diesem Abend: Die englische Bestseller-Autorin Ruth Ware saß gleich mit auf dem Podium.

„Das Statistische Bundesamt sagt, dass es zwischen 2015 und 2017 durchschnittlich einen Mord am Tag gab“, stellte Hochschulpräsident Karim Khakzar bei der Begrüßung im vollbesetzten Auditorium fest, und er fügte schwarzhumorig hinzu: „Das klingt erstmal relativ wenig, gefühlt sind es mehr.“ Also habe er das gegengecheckt und sich die Fernsehprogramme von ARD und ZDF vorgenommen. Angefangen von „Notruf Hafenkante“ bis zu den „Rosenheim-Cops“ seien es am Tag schon neun Morde. Serien über die Liebe gäbe es gerade zwei. „Das allein zeigt, wie unglaublich attraktiv das Thema Mord ist.“

Durch den Abend führte der stellvertretende Bibliotheksleiter Berthold Weiß, der Nina Petri und Ruth Ware so manches Wissenswerte zu entlocken wusste. Zum Beispiel, dass die Schauspielerin im vergangenen Jahr bei den Bad Hersfelder Festspielen in „Peer Gynt“ mitspielte und bei dieser Gelegenheit Fulda zweimal einen Besuch abgestattet hat oder dass die Autorin einst als einfache Buchhändlerin anfing und es mittlerweile auf die „New York Times“-Bestsellerliste geschafft hat.

Dann die Lesung, die schon von daher gesehen ein Ohrenschmaus war, weil Nina Petri nicht nur eine tolle Schauspielerin ist, sondern auch eine begnadete Hörbuchsprecherin; das Publikum hing förmlich an ihren Lippen.

Zum Plot, so wie er auf dem Buchumschlag steht: "Ich brauche euch." Mehr steht nicht in der Nachricht, die Isa von ihrer alten Schulfreundin Kate bekommt. Aber die wenigen Worte genu?gen. Isa lässt alles stehen und liegen und fährt nach Salten – dem Ort, wo sie einst mit ihren drei Freundinnen Kate, Thea und Fatima das glu?cklichste und zugleich grauenvollste Jahr ihres Lebens verbracht hat. Was am Ende jenes Jahres geschah, wird keine von ihnen je vergessen. Nun ist an der Ku?ste ein Skelett gefunden worden. Sie alle wissen, wer es ist. Und sie wissen auch, wie die Leiche dort hingekommen ist, vor siebzehn Jahren. Und plötzlich ist jemand diesem dunklen Geheimnis auf der Spur. – Just in dem Moment brach die Lesung ab. Schweinerei eben! (Matthias Witzel) +++