Tischtennis-Legende kehrt zurück

Jan-Ove Waldner: "Meine Zeit in Fulda war fantastisch"

So sah man ihm am liebsten: Jan-Ove Waldner jubelnd im Trikot des TTC Fulda-Maberzell.
Archivfotos: Hendrik Urbin

14.02.2019 / FULDA - Er ist der erfolgreichste Tischtennis-Spieler aller Zeiten und hat unzählige Titel geholt: Jan-Ove Waldner. Sieben Jahre seiner langen Karriere verbrachte der 53-Jährige beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Am Samstag, wenn das "RhönSprudel Masters" in der Wilmingtonhalle steigt, wird "Waldi" mit von der Partie sein.

Sieben Spieler für das Masters, für das es noch Tageskarten an der Kasse gibt, stehen definitiv fest: Neben Waldner werden Dimitrij Ovcharov, Jörgen Persson, Kou Lei, Kirill Gerassimenko, Andrers Lind und Samuel Walker in Fulda aufschlagen. Der achte Spieler wird kurzfristig entschieden beziehungsweise ist abhängig vom Verlauf bei der Portugal-World-Tour Turnier für Joao Geraldo. Mögliche Ersatzspieler sind Wang Xi, dessen Abschied aus Maberzell zum Saisonende unlängst verkündet wurde, oder der Weltmeister von 1989, Steffen Fetzner.

Der Spieler, der mit der größten Spannung erwartet wird, dürfte aber Jan-Ove Waldner sein. Von 2005 bis 2012 verzückte "Waldi", der im Alter von 40 Jahren nach Maberzells erneutem Bundesliga-Aufstieg zum TTC wechselte, die Fans. "Es ist schön, nach Fulda zurückzukommen, weil ich eine schöne Zeit hier hatte", sagt Waldner, als ihn ON|Sport am Mittwochnachmittag in seiner schwedischen Heimat erreicht. In seinen sieben Jahren in Maberzell bewies Waldner auch in fortgeschrittenem Alter seine Klasse und etablierte den TTC an der nationalen Spitze.

"Ich habe nur gute Erinnerungen an meine Zeit in Fulda. Wir hatten ein richtig gutes Team und eine fantastische Zeit. Leider konnten wir keinen Titel gewinnen", sagt Waldner, der in seiner Karriere unzählige Trophäen und Medaillen sammelte. Ein Triumph mit Maberzell blieb, trotz späterer Verpflichtung seines langjährigen Doppel-Partners Jörgen Persson, aus. "Es war sportlich nicht die beste Zeit meiner Karriere", sagt Waldner selbstkritisch, "aber ich habe für den Verein das Beste gegeben." Auch Waldners Doppel-Partner Persson wird beim Masters in Fulda aufschlagen.

"Waldi" hofft auf volle Halle

Wer in einem möglichen direkten Duell als Sieger hervorgehen würde? "Ich glaube, Jörgen ist trainierter als ich und wird besser spielen", entgegnet "Waldi" lachend. Seit drei Jahren bestreite der 53-Jährige nur noch Einlagespiele, nachdem er nach seinem Abgang aus Maberzell noch vier Jahre in seiner Heimat für Spårvägens BTK gespielt hat. Der beste Tischtennis-Spieler aller Zeiten hofft auf eine volle Hütte bei seiner Rückkehr.

"Ich hoffe, dass viele Zuschauer kommen. Sie werden gute Spiele und tolle Spieler sehen. Es wird auf jeden Fall interessant für sie werden", blickt Waldner dem Samstag entgegen. Am Freitag werde der 53-Jährige anreisen, zurück gehe es dann am Sonntag. Während "Waldi" zu seinen aktiven Zeiten das Nachtleben in Fulda zu schätzen wusste, lasse es Waldner nun ruhiger angehen.

"Die Zeiten sind vorbei", sagt "Waldi" lachend, "ich denke, wir werden nach dem Turnier noch gemütlich zusammen sitzen." Das Masters-Turnier, das von Maberzell-Ausrüster "donic" organisiert wird, steigt erstmals in der Barockstadt, nachdem es sonst in Saarbrücken über die Bühne ging. Auch im Saarland war Waldner einst als Spieler aktiv. "Deswegen ist es für mich ein großes Vergügen, die Masters dort zu spielen, wo ich als Spieler aktiv war", freut sich Waldner, der aus einer so erfolgreichen Karriere drei persönliche Highlights hervorhebt.

Die Weltmeisterschaft 1991 im japanischen Chiba mit dem Team, die Weltmeisterschaft 1997 in Manchester im Einzel sowie den Olympiasieg 1992 in Barcelona im Einzel. Mit Maberzell blieb ihm ein Titel zwar verwehrt, am Aufstieg des TTC an die nationale Spitze hat Waldner aber einen großen Anteil. Logisch, dass "Waldi" seinen ehemaligen Verein noch auf dem Schirm hat. "Wir hoffen das Beste", sagt Waldner angesprochen auf die aktuelle Lage des TTC, der noch um die erneute Teilnahme an den Play-Offs kämpft. Zunächst steht aber ein anderes Highlight an: das "RhönSprudel Masters" und die Rückkehr von Jan-Ove Waldner. (Tobias Herrling) +++