Eröffnungskonzert zum Jubiläumsjahr

Kreismusikschule feiert 40. Geburtstag - sie hat sich einen guten Ruf erspielt

Eröffnungskonzert zum Jubiläumskonzert auf höchstem Niveau
Fotos: Gudrun Schmidl

10.02.2019 / BAD HERSFELD - Die Musikschule des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, eine staatlich geförderte VdM Musikschule, eröffnete das Jubiläumsjahr am Freitag mit einem sehr gut besuchten Konzert in der Aula der Konrad-Duden-Schule, das von Lehrkräften  eindrucksvoll gestaltet wurde. Die Leiter der Musikschule, Sabine Schweiger und Timo Wichmann, erinnerten an die Anfänge und die Entwicklung der Musikschule, die sich nach den Worten von Landrat Dr. Michael Koch einen guten Ruf „erspielt“ hat.

Die Musikschulleitung freute sich über das große Interesse an dem Eröffnungskonzert, begrüßte besonders die geladenen Gäste. Sippel vertrat die Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, die die Musikschule des Landkreises Hersfeld-Rotenburg seit vielen Jahren mit beachtlichen Summen unterstützt, genannt wurden mehrere 100.000 Euro pro Jahr. Qualität hat ihren Preis und um dieses Niveau zunächst zu erreichen und dann zu halten, war und ist die finanzielle Unterstützung durch den Landkreis erforderlich.

„Warum wurde vor 40 Jahren die Musikschule gegründet?“ fragte Sabine Schweiger gespielt unwissend. Timo Wichmann klärte auf, dass vor 40 Jahren rund 1.000 Schüler einen großen Bedarf an Instrumentalunterricht anmeldeten und so wurde die Musikschule ins Leben gerufen. Zurzeit werden im gesamten Kreisgebiet etwa 1.300 Schüler von 33 qualifizierten Lehrkräften unterrichtet. Das breitgefächerte Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und junggebliebene Senioren. „Ensembles waren von Anfang an dabei“, erklärt Timo Wichmann rückblickend und ergänzt: „ Es war dem Lehrermangel geschuldet und so wurde miteinander musiziert, um voneinander zu lernen“. In der Ensemblearbeit versteht sich die Musikschule bis heute auch als Plattform für alle Musiker aus dem gesamten Kreisgebiet. In verschiedenen Formationen mit vielfältigen Möglichkeiten gestalten Lehrkräfte das kulturelle Leben des Landkreises Hersfeld-Rotenburg aktiv mit.

Das Eröffnungskonzert gestalteten das Lehrerorchester, die Jazz Combo und Solisten am Klavier, an der Viola oder mit ihren eigenen, herausragend ausgebildeten Stimmen wie Tatiana Bauer-Baranov, die mit Mozarts vielleicht bedeutendstem Werk „Ave verum“ für einen Gänsehautmoment sorgte. Stimmlich überzeugte vollends auch Alessia Hyunkyung Park, die seit drei Wochen an der Kreismusikschule unterrichtet. Sie wurde bei Franz Schuberts „Salve Regina“ von Dietlind Quiroz-Sanchez am Klavier und von Andreas Winter an der Klarinette begleitet.

Alle Musikerinnen und Musiker auf der Bühne bewiesen ihre hohe fachliche Qualifikation und ihre Leidenschaft zur Musik. Ob leise, zum Träumen schön, wie bei der von Brita Goede, Karin Klinger und Olaf Wald auf ihren Violinen dargebotenen Sonate für drei Violinen (Vivace, Largo, Menuett, Vivace) aus der Feder von Johann Joachim Quantz oder den mitreißenden Klängen der Jazz Combo, die bei „My one and only love“ von Guy Wood und „Au Privave“ von Charlie Parker die Aula zum Beben brachten. Ein Höhepunkt des Konzerts war das Zusammenspiel von Benjamin Schaub an der E-Gitarre und Timo Wichmann an der Gitarre, die mit Ennio Marricones „The good, the bad and the ugly“ und Jerry Lordans „Apache“ in der Bearbeitung von Timo Wichmann mit neuer Klangfarbe begeisterten.

Zu den Traditionen der Musikschule gehören die Vorspielabende. Die Tradition der im Zweijahresrhythmus ausgerichteten Weihnachtskonzerte, die mit dreieinhalb Stunden deutlich zu lang waren, wurde umgewandelt. Inzwischen lädt die Musikschule jährlich zum Weihnachtskonzert ein, das nun eineinhalb Stunden mit hochkarätiger Musik begeistert.

Dieses Zeitfenster wurde auch beim Eröffnungskonzert eingehalten, das mit weiteren musikalischen Höhepunkten wie „Schindlers Liste“ oder „Game of Thrones“ in der Bearbeitung von Sabine Schweiger punkten konnte, die bei beiden Stücken das Lehrerorchester an der Harfe ergänzte. Mit „I will follow him“ aus „Sister Act“ hatten die Lehrkräfte noch „einen kleinen Rausschmeißer“ in petto. Ein großartiger musikalischer Auftakt zum 40. Geburtstag, zu dem man herzlich gratulieren kann. (
Gudrun Schmidl) +++