Lang ersehnte Rückkehr auf den Platz

Theresa Panfil: "Einfach wieder eine Fußballerin sein"

Hat wieder allen Grund zum Lachen: Theresa Panfil steht nach fünf Knie-OPs wieder auf dem Fußballplatz.
Foto: picture alliance / Carlotta Erler

05.02.2019 / FRANKFURT - Zwei Kreuzbandrisse, fünf Operationen und eine Leidenszeit von über drei Jahren sind seit vergangenen Mittwoch Geschichte, denn im Trainingslager an der portugiesischen Algarve feierte Theresa Panfil vom Fußball-Bundesligisten 1. FFC Frankfurt ihr Comeback auf dem Rasen. Ein Moment, der für die 23-Jährige überwältigend war. Bis die Fliedenerin wieder soweit ist, dass sie auch in Pflichtspielen wieder auf den Platz zurückkehrt, setzt sie sich kein Zeitlimit. Druck soll keine Rolle spielen.



Die Leidensgeschichte begann im September 2015, als sich Theresa Panfil, gerade erst zum 1. FFC Frankfurt zurückgekehrt, das Kreuzband riss. Nach etwas mehr als einem halben Jahr riss sie sich das Kreuzband in einem Testspiel erneut, mehrere Operationen, Rückschläge und eine Ausfallzeit von zweieinhalb Jahren waren die Folge. Doch diese Zeit hat Panfil hinter sich gelassen, die 23-Jährige wird langsam aber sicher an ihr Leistungsvermögen herangeführt.

Am 25. Januar wurde Panfil gesundgeschrieben und der Reise ins Trainingslager nach Albufeira an die portugiesische Algarve stand nichts im Wege. "Ich habe es sehr genossen, wieder bei der Mannschaft zu sein", sagte Panfil gegenüber ON|Sport nach der Rückreise nach Deutschland. Im Trainingslager konnte Panfil alle Teile des Mannschaftstrainings absolvieren, natürlich wird die Offensivspielerin des FFC individuell begutachtet, Trainer und Verein machen ihr bei ihrem Comeback keinen Druck. Zeit soll keine Rolle spielen.

"Der Fußball hat mich zu sehr geprägt"

Denn lange genug fiel Panfil aus, 1.244 Tage ohne einen Einsatz auf dem Rasen. "Es ist schon schwer, Reha zu machen, während die Mitspielerinnen auf dem Platz stehen", gibt sie zu. Doch alleine war sie nicht, denn der Rückhalt für die 23-Jährige war enorm: "Meine Familie und meine Freunde haben mich unterstützt und immer an mich geglaubt." Und auch der Verein zeigte eine tolle Reaktion, verlängerte im Frühjahr 2018 ihren Vertrag. "Das war für mich ein sehr wichtiger Schritt. Das zeigt großes Vertrauen und ich weiß das sehr zu schätzen, das ist nicht selbstverständlich", freute sich Panfil über dieses Zeichen des Vereins.

Theresa Panfil ließ den Kopf nicht hängen, auch nicht nach dem zweiten Kreuzbandriss nur wenige Monate nach dem ersten. Für die Fliedenerin war klar, dass sie sich auch aus diesem Rückschlag zurückkämpfen möchte. "Am Anfang war es nie ein Thema", so Panfil über ein mögliches Karriereende aufgrund der schweren Verletzungen, "aber nach dem zweiten Kreuzbandriss schon, wenn es sogar aus medizinischer Sicht hinterfragt wird. Aber der Fußball hat mich zu sehr geprägt."

Seit Sommer ist Panfil auf dem Platz, macht seit dem Spätherbst auch fußballspezifisches Training, auch wenn komplette Einheiten noch nicht möglich waren. "Auf Schalke" unterzog sie sich einem sogenannten "return to competition"-Test, der das Leistungsvermögen und mögliche Defizite nach einer langen Verletzungspause bewertet. Ende Januar folgte dann grünes Licht für die Reise nach Portugal und das Mannschaftstraining.

Vorläufiger Höhepunkt: Beim 4:2-Erfolg im Testspiel gegen den spanischen Erstligisten CD Sporting Club de Huelva wurde Panfil in der 67. Minute eingewechselt. "Ein unbeschreibliches Gefühl", schrieb die 23-Jährige auf ihrer Instagram-Seite. Und auch nach dem Ende des Trainingslagers fehlen Panfil Worte, diesen Moment zu beschreiben: "Das ist total schwierig in Worte zu fassen. Es war sehr emotional, als ich mich warmgemacht habe. Da war ich selber überfordert mit der Situation."

Panfil genießt jedes Training

Bei der Teambesprechung vor dem Spiel sei ihr das erste Mal durch den Kopf gegangen, was das überhaupt bedeutet: "Ich dachte mir, 'jetzt bist du soweit, drei Jahre und die ganzen Rückschläge hinter dir zu lassen'." Im zweiten Testspiel des Trainingslagers gegen den VfL Wolfsburg (1:1) spielte Panfil dann nicht, sie merkte die Anstrengung der Trainingseinheiten und fühlte sich müde. "Ich wollte das Trainingslager ohne Verletzung überstehen", so Panfil.

Nun heißt es für die 23-Jährige, weiter am Mannschaftstraining teilzunehmen und die Abläufe wieder kennenzulernen: "Und einfach wieder eine Fußballerin sein", freut sich Panfil auf die anstehenden Trainingseinheiten. Druck macht sich die Spielerin des 1. FFC Frankfurt nicht, auch Trainer und Verein geben ihrer Spielerin alle Zeit der Welt, um nach über drei Jahren ohne Fußball weiter an ihrer Rückkehr zu arbeiten und das Mannschaftstraining genießen zu können. Denn das ist, wie Theresa Panfil anmerkt "sehr viel wert, es mitzumachen." (Tino Weingarten) +++

Der Moment von Panfils Comeback: Die 23-Jährige wird gegen CD Sporting Club de Huelva eingewechselt.
Foto: Privat

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