52. Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft

Es boomt: Gewerbe blickt positiv in die Zukunft – Bühne frei für Jungmeister

Bekommen von Kreishandwerksmeister Marco Diegel (re.) und den Obermeistern ihre Meisterbriefe ausgehändigt: die Jungmeister.
Fotos: Stefanie Harth

10.01.2019 / BAD HERSFELD - Volles Haus beim 52. Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg. Die „Wirtschaftsmacht von nebenan“ hatte gerufen, und die heimischen Vertreter aus Politik und Wirtschaft folgten der Einladung. In altbekannter Manier gaben sich die heimischen Honoratioren im Kreistags-Sitzungssaal ein Stelldichein. Im Mittelpunkt standen freilich die frischgebackenen Jungmeister, die ihre Meisterbriefe überreicht bekamen. Die Rede von Kreishandwerksmeister Marco Diegel: treffsicher gestaltet.

Nach der Begrüßungsansprache von Hauptgeschäftsführer Hans Wilhelm Saal hieß es sogleich „Bühne frei“ für den Kreishandwerksmeister. In seinem Jahresrückblick stellte Marco Diegel heraus, dass das Jahr 2018 für das Handwerk insgesamt recht positiv und arbeitsintensiv verlaufen sei. „Für unsere Handwerker war es ein schweißtreibender Sommer. Der Bau konnte richtig durchstarten, die Kollegen konnten sich teilweise vor Arbeit nicht retten“, resümierte er. „Unsere Kunden mussten lernen, auf Handwerker zu warten. Das hat für mich die Folge, dass wir zu wenig handwerklich ausbilden – aber nicht, weil wir nicht wollen, sondern weil uns der ausbildungsfähige Nachwuchs fehlt.“

Widrigkeiten, wie Fachkräfte- und Nachwuchsmangel und das Kreuz mit der Bürokratie, müssten (nach wie vor) gemeistert werden. Apropos meistern: Eine mögliche Rückkehr zur Meisterpflicht sei keine „Rolle rückwärts“, sondern ein überfälliger und wichtiger Schritt zur Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit des Handwerks als Wirtschafts- und Gesellschaftsgruppe. Den Hessentag in Bad Hersfeld hat die „Wirtschaftsmacht von nebenan“ fest in ihr Visier genommen: „Wir werden uns mit unseren Innungen und Betrieben über das gesamte Landesfest präsentieren“, versprach Diegel.

Dass das Gewerbe im Allgemeinen Probleme hätte, geeigneten Nachwuchs zu finden, kehrte Landrat Dr. Michael Koch heraus. „In 2019 stehen wir vor großen Problemen: das politische Klima in Europa wird rauer. Wir hoffen, dass der Brexit unseren Landkreis nicht zu sehr trifft.“ Demgegenüber seien die Auftragsbücher voll. An der Sanierung der Wilhelm-Neuhaus-Schule in Bad Hersfeld seien beispielsweise vornehmlich Unternehmen aus dem Landkreis und der engeren Region beteiligt gewesen. „Wir haben ein vitales Interesse daran, dass das heimische Handwerk gestärkt wird“, sagte der Landrat.

Dann schlug die große Stunde der 17 anwesenden Jungmeister, die von Kreishandwerksmeister Marco Diegel, den Obermeistern und von Jürgen Hahl, dem Geschäftsführer der Handwerkskammer Kassel, ihre Meisterbriefe ausgehändigt bekamen. „Der Meisterbrief ist eine lohnende Investition in die Zukunft“, unterstrich Hahl. Meister hätten mindestens so gute Voraussetzungen wie Akademiker, wenn nicht sogar bessere. Der Meisterbrief sei ein Gütesiegel und eine Qualitätsgarantie. „Ich bin zuversichtlich, dass Sie Ihre Zukunft gut meistern werden“, gab der Geschäftsführer der Handwerkskammer Kassel den Jungmeistern abschließend mit auf den Weg. (Stefanie Harth) +++