Betriebsversammlung bei der Post

Sind die Zustellprobleme wirklich behoben? Dreimal mehr Weihnachtspost

Ist das Image der Deutschen Post ramponiert?
Fotos: Carina Jirsch

13.11.2018 / KÜNZELL - Die Fuldaer Postzusteller haben am Montag im Gemeindezentrum Künzell eine interne Betriebsversammlung abgehalten, bei der sicher auch die derzeitigen Arbeitsbedingungen und die vielen Kundenbeschwerden thematisiert wurden. Wir haben einige Mitarbeiter vor Ort nach ihrer Situation befragt. Die Mängel bei der Postzustellung sind offenbar ein Dauerthema: nachdem wir unsere Leser dazu aufgefordert hatten, uns ihre vielfach beschriebenen Nöte mit Brief- und Paketpost zu schildern, lief unser Emaileingang über: 286 Zuschriften mit detaillierten Beschreibungen gingen bei uns ein.

Einen Großteil davon haben wir - nach Rückfrage beim jeweiligen Absender - an den Pressesprecher der Post Thomas Kutsch weitergeleitet, um ihm vor Augen zu führen, dass die Problematik definitiv nicht nur vorübergehender Natur war und mittlerweile behoben ist. Noch bevor alle Mails an ihn weitergeleitet wurden, bat er darum, damit aufzuhören: er habe jetzt genügend Material, um recherchieren zu können.



Inzwischen gibt es auch eine Rückmeldung von ihm: demnach enthielten viele Mails mehr oder weniger pauschale Kritik über verspätete Zustellung, die man nicht als konkrete Beschwerde einstufen könnte. Die konkreten Schilderungen von Missständen in und um Fulda bzw. aus dem Postleitzahlbereich 36 resultierten dagegen meistens aus der "holperigen Zeit vor der Landtagswahl".  Darauf sei aber von Seiten der Post bereits reagiert worden, indem 20 neue Mitarbeiter eingestellt worden seien. Kutsch weist explizit darauf hin, dass die Aussage, dass 90 Prozent der Briefsendungen am nächsten Tag beim Empfänger einträfen, zutreffend sei. 2018 seien bundesweit rund 6.000 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur bezüglich Zustellproblemen eingegangen.

Wenn man einen Anfall von 59 Millionen Briefen und 4,5 Millionen Paketsendungen täglich zugrundelegt, lägen die Beschwerden im Promillebereich, sagt Kutsch. "Wenn ein Kunde sich allgemein darüber beschwert, dass Briefsendungen zu spät kommen, kann man das nicht überprüfen, denn Briefsendungen haben keine Zustelltracks wie Pakete. Bei denen weiß man, woran es gelegen hat. " Problematisch sei die Rückverfolgung verlorengegangener Briefsendungen, dafür gebe es aber die zuständige Nachforschungsstelle in Marburg. Den Postkunden, die sich trotz der Personalaufstockung noch konkret über Missstände beschweren wollten, rät Kutsch, möglichst umgehend das Postkundentelefon unter der Rufnummer 0228/4333112 zu kontaktieren oder im Internet unter https://www.deutschepost.de/de/service1/themenseiten/zustellung.html zu reklamieren. 

Weihnachten steht ins Haus: Doppelt so viele Briefe und dreimal soviele Pakete  

Die unaufhaltsam nahende Weihnachtszeit wird die stark belasteten Zusteller der Post ganz besonders fordern: Grob gesagt werden vor Weihnachten zweimal mehr Briefe und dreimal mehr Pakete als im Jahresdurchschnitt zugestellt. "Wir werden in der gesamten Niederlassung (also die Bereiche mit der PLZ 34 und 36) ca 170 zusätzliche Bezirke einrichten - sprich auch rund 170 zusätzliche Kräfte für die Weihnachtsstarkverkehrszeit einsetzen, um die Kolleginnen und Kollegen bei der Zustellung zu unterstützen", verspricht der Pressesprecher. Die Umsetzung der Planung laufe bereits. Unsere Redaktion wird jedenfalls weiter eine Anlaufstelle für Ihre Beschwerden über Mängel bei der Postzustellung sein. (Carla Ihle-Becker)+++

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