"Jetzt geht´s los!"

Innovative Doppeleinrichtung der Caritas – Spatenstich mit vielen Gästen

Die alte Erde muss für das neue Projekt der Caritas weichen
Fotos: Carina Jirsch

09.11.2018 / FULDA - Gut besucht war heute Vormittag die Spatenstich-Veranstaltung für ein Neubau-Projekt der Caritas. „Der Saal ist voll, die Spaten sind aufgestellt und nun kann es losgehen“, heißt es in der Begrüßungsrede von Caritasdirektor Dr. Markus Juch. Die neue Doppeleinrichtung in der St. Vinzenzstraße neben den Werkstätten soll 32 stationäre Pflegeplätze für ältere Menschen mit Behinderung beinhalten und ist gleichzeitig eine Förderstätte für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen. Die Pflegeeinrichtung sowie die Tageseinrichtung sind gezielt auf die Bedürfnisse der Bewohner und Patienten abgestimmt. So sind die Räume barrierefrei erreichbar, erhalten ein spezielles Licht- und Farbkonzept, einen Außenbereich und eine im Mittelpunkt gestellte Wohnküche. Die anspruchsvolle Versorgung von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen kann durch Kreativangebote, durch die Betreuung für Betroffene und therapeutische Maßnahmen optimal gewährleistet werden.

150 Personen hörten gespannt den vielen Grußworten der Redner zu. Mit dabei waren unter anderem Vertreter aus der Politik, Mitarbeiter und Angehörige, sowie Bewohner. In den Grußworten waren sich alle einig: Nach einer intensiven Planungszeit kann es nun losgehen. „Diese zwei Projekte unter ein Dach zu bringen, darauf sind wir sehr stolz“, betont Juch in seiner Anfangsrede. Die Einzigartigkeit in Hessen soll für bundesweite Aufmerksamkeit sorgen und ein Leuchtturm für weitere Projekte sein.

Besonderes Highlight waren für die Zuschauer sicherlich die zwei musikalischen Beiträge: Ein Bewohner Werner Neubauer und der Haustechniker haben gemeinsam auf Akkordeon und Mundharmonika das „Kreuzberglied“ gespielt. Auch die Kinder aus dem Kindergarten St. Andreas hatten ihren ganz besonderen Auftritt. Mit Laternen und strahlenden Gesichtern betraten sie den Raum, tanzten und sangen zum Lichtertanz. Sie erzählten in Kurzform die Geschichte von St. Martin, worin es um Nächstenliebe geht. Oberbürgermeister Wingenfeld wusste danach die passenden Worte: „Sehen, wo Not ist, auch mal neue Wege gehen – Handeln und es angehen.“ Er sieht die kurzen Wege in der Barockstadt als sehr vorteilhaft für ein besseres Leben möglichst vieler Menschen an.   

Eine „Brücke zur Inklusion mit langfristiger Nachsorge und einer Struktur, die angelehnt an der realen Lebenswelt ist, zeichnet diesen guten Tag aus“, so die Bundesvorsitzende vom Bundesverband Rehabilation Ilse Müller. Beim Spatenstich an sich konnten es die meisten kaum abwarten, die Erde in die Luft zu werfen. „Die Erde aus dem alten Land erstmals zu bewegen, um Neues zu schaffen“, war für den 1. Vorsitzenden des BDH Hermann Auth Ziel dieser Etappe.

Die Kosten des Pilotprojekts belaufen sich auf ca 5,4 Millionen Euro. Mitte 2020 soll das Gebäude schon stehen – wenn alles nach Plan läuft. Auch über 25 neue Stellen sind vorgesehen, um die Bewohner gut zu versorgen. (Tobias Stübing) +++