Kriminalprävention in Kommunen

Sicherheitsprojekt "KOMPASS" soll Städte und Gemeinden sicher machen

Auf Einladung von Landrat Dr. Michael Koch (links) stellte Polizeipräsident Günther Voß das Sicherheitsprogramm „KOMPASS“ bei der Bürgermeisterdienstversammlung vor. Die Initiative setzt auf noch engere Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Polizei und Kommune
Foto: Jasmin Krenz

10.08.2018 / KREIS HEF-ROF - Wer kennt das nicht? Man geht abends im Dunklen durch den Ort und hat plötzlich ein beklemmendes Gefühl, fühlt sich nicht mehr sicher. Helfen könnten etwa mehr Beleuchtung, Schutzmänner vor Ort oder ein freiwilliger Polizeidienst. Darauf setzt das Projekt „KOMPASS“ (Kommunal-Programm-Sicherheits-Siegel) zur Kriminalprävention in Kommunen: Die Städte und Gemeinden können die Sicherheit selbst in die Hand nehmen, indem sie gemeinsam mit der Polizei, den Bürgern und anderen Institutionen individuelle Lösungen für Probleme vor Ort erarbeiten, sagte der Polizeipräsident Günther Voß am Mittwoch bei der Vorstellung des Projektes während der Bürgermeisterdienstversammlung des Landkreises Hersfeld-Rotenburg im Landratsamt in Bad Hersfeld.

„Unser Landkreis ist zwar eine sehr sichere Region, dennoch ist mir das Projekt ein besonderes Anliegen“, sagte Landrat Dr. Michael Koch. Schließlich gehe es um das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Ziel des Programms ist, herauszufinden, wo es Probleme in den Kommunen gibt."

Schwerpunkt liegt auf der Prävention

Die Polizei böte an, die individuellen Sicherheitsbedürfnisse – also die Sorgen und Ängste der Bevölkerung – gemeinsam mit den Kommunen und den Bürgern zu erheben, zu analysieren und gemeinsam ein passgenaues Lösungsangebot zu entwickeln. Das solle unter anderem durch Bürgersprechstunden und –befragungen sowie Ortsbegehungen geschehen. Besonders wichtig dabei sei, dass alle kommunalen Akteure an einem Tisch zusammenkämen. Dazu gehörten nicht nur Polizei und die örtlichen Ordnungsbehörden, sondern ebenso kommunale Dienstleister oder Unternehmen wie Schulen, Feuerwehr, Stadtwerke, Vereine, Industrie und viele mehr.

Bei erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem Land bekomme jede Kommune ein Sicherheitssiegel „Sichere Kommune“. Das Siegel müsse regelmäßig erneuert werden. Voraussetzung dafür sei unter anderem ein funktionierender Präventionsrat sowie die Umsetzung von mindestens drei neuen Maßnahmen oder Projekten, die während des „Kompass“-Prozesses erarbeitet wurden. (pm)+++