In der Esperantohalle

Schulprojekt mit Gänsehaut-Faktor: 3.500 Kinderkehlen bei "Klasse! Wir singen!"

Bei "Klasse! Wir singen!" in der Esperantohalle
Fotos: Marius Auth

16.05.2018 / FULDA - Domkantor Gerd-Peter Münden aus Braunschweig bringt Kinder in Wallung: Beim Liederfest "Klasse! Wir singen!" hüpft, singt und gestikuliert der Pädagoge, um dem Nachwuchs die Freude am Singen nahezubringen. Am Dienstag kamen 3.500 Kinder aus der Region in die Esperantohalle Fulda, um lautstark deutsches Liedgut anzustimmen.

Wochenlanges Proben im Schulunterricht ist der Massenübung vorausgegangen, stolze Lehrer und Eltern sehen die vermeintlich lustlose Generation Z in langen Reihen Klassiker wie "Kein schöner Land" oder "Alle Vögel sind schon da" anstimmen. Eine inhaltliche Stoßrichtung gibt es nicht, die Freude am Singen steht eindeutig im Vordergrund: "Mein Ziel ist, Kinder erleben zu lassen, welche Kraft der Musik innewohnt. Gemeinsames Singen hat eine verbindende Wirkung und lässt Gemeinschaft neu erleben. Wir wollen gerade auch bildungsferne Familien und Kinder mit Migrationshintergrund mitnehmen und unkompliziert Teilhabe schaffen. Natürlich macht das Singen mit tausenden Kindern auch einfach tierisch Spaß", erklärt Münden.

Das Liedgut als Vehikel für die Bildungsarbeit bekommt durch die tausendfache Verstärkung Überzeugungskraft, Münden mit Headset hüpft wie ein Animateur auf und ab, um den Volksliedern Groove zu geben, manchmal hilft die Übersetzung: "Was jetzt kommt, würdet ihr vielleicht als 'Ey, chill doch mal, Alter!' betiteln - früher hieß das 'Probier's mal mit Gemütlichkeit'." Und wieder stimmen Tausende Kinder ein, das Projekt wird inzwischen von etlichen namhaften Sponsoren unterstützt. Ehemalige Bundespräsidenten schmücken sich gerne mit dem enthusiastischen Nachwuchs, im November 2017 wurde das Liederfest gar mit dem Kulturpreis Deutscher Sprache ausgezeichnet. (mau) +++