"Senioren sind auf Zack"

Für mehr Sicherheit im Alter: Polizei klärt über Betrug und Unfallgefahren auf

Im Bild von links: Christian Stahl, Conny Jehnert, Günther Voß, Daniel Muth und Reiner Knacker klären über die Kampagne "Senioren auf Zack" auf
Fotos: Luisa Diegel

15.05.2018 / FULDA - Mehr Sicherheit im Alter - dafür setzt sich die neue Präventionskampagne "Senioren sind auf Zack" des Polizeipräsidiums Osthessen ein. Bei Infoveranstaltungen in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Vogelsberg und Fulda wollen sie Senioren über Sicherheit im Straßenverkehr, Betrugsmaschen oder die Gefahren im Internet aufklären. "Wir möchten aufklären und zugleich unterstützen", so Polizeipräsident Günther Voß am Montagmorgen auf der Pressekonferenz.



Für ihn persönlich war ein Fall im vergangenen Jahr der Auslöser für den Start der Kampagne: "Eine Dame aus der Region wurde im August Opfer eines falschen Polizeibeamten und wurde um 250.000 Euro gebracht. Das war für mich der Auslöser, mich an Senioren zu wenden und helfen, aufzuklären." Doch nicht nur die Betrugsmaschen nehmen immer mehr zu, auch die Zahl der Unfälle mit älteren Menschen steigt an. "Wir müssen die polizeilichen Präventionsmaßnahmen der demografischen Entwicklung anpassen, damit Senioren weiterhin sicher und mobil leben können." 

Zielgruppe der Kampagne sind Menschen im Alter von 65+. Doch auch die sekundäre Zielgruppe, wie beispielsweise Familienangehörige, Fahrschulen oder Ärzte sollen mit der Kampagne "Senioren sind auf Zack" angesprochen werden - alle mit dem Ziel: mehr Sicherheit im Alter. Fünf Motive sollen in der nächsten Zeit die drei Landkreise zieren. Mit Sprüchen wie "Ich kenne meine Enkel genau", "Wir surfen ganz sicher im Internet", oder "Sicher fahren wir sicher Auto" soll die Bedeutung der Kampagne in den Vordergrund rücken.



Dabei wird vor allem die Mobilität und Verkehrssicherheit groß geschrieben. "Leistungseinschränkungen durch den Alterungsprozess wirken sich auf das sichere Fahren aus", so Reiner Knacker. Deshalb müsse man auch gleichzeitig das Bewusstsein der Senioren stärken. "Dafür braucht man oft viel Kraft und Überzeugung." Ziel ist es, Verkehrsunfälle zu reduzieren und eine langfristige Mobilität zu sichern.

Kriminaloberrat Daniel Muth rückte die zunehmenden Betrugsmaschen in den Vordergrund. "Wir können alle Opfer solcher Straftaten werden, doch einfacher für die Betrüger wird es bei älteren Menschen, wenn die körperlichen und geistigen Hemmnisse größer werden." Dabei nutzen Betrüger vor allem drei Maschen - über die Haustür, Telefon und Internet. Bei Betrugsmaschen über die Haustür wird die Hilfsbereitschaft der Menschen ausgenutzt. Sei es mit einem Glas Wasser, einem Baby auf dem Arm oder die Masche, dass man den Strom ablesen wolle. Über das Telefon versuchen die Betrüger eine Beziehungsebene zu schaffen, um so das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Am meisten geben sie sich dabei als falsche Polizeibeamten aus oder Familienangehörige, die in einer finanziellen Not stecken und dringend Geld brauchen. "Das Schamgefühl der Opfer ist hoch, deshalb gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus." Mit Medienhinweisen, gezielten Kampagnen, Fachvorträgen und Kooperationen mit Banken sollen die Betrugszahlen in Zukunft reduziert werden.

Das Polizeipräsidium Osthessen setzt dabei gezielt auf die Kampagne "Senioren sind auf Zack". Sechs Veranstaltungen soll es über das Frühjahr und den Sommer geben, um Interessierte aufzuklären und bei Fragen zu unterstützen. Bei der Auftaktveranstaltung am 24. Mai in der Orangerie in Fulda gibt es zunächst eine Fragerunde mit Mitarbeitern von Banken, Bytewerk-Spezialisten Johannes Bittner, Mitarbeitern der Polizei, wie Daniel Muth, Günther Voß, oder Theo Wiegand, Staatssekretär Werner Koch oder Sicherheitsberater Ewald Hofmann. Danach bietet der "Markt der Sicherheit" die Möglichkeit, sich bei Fahrrad- oder Rollatorparcours, Hör- und Sehtests selbst zu testen. (Luisa Diegel) +++

X