Arbeit der Zukunft und Zukunft der Arbeit

SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel beim Frühlingsfest der Sozialdemokraten

SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel (re) mit Bürgermeisterkandidat Dominik Brasch
Fotos: Dietmar Kelkel

11.03.2018 / BAD SODEN-SALMÜNSTER - SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel war sich beim Frühlingsfest der Ortsgruppe Bad Soden-Salmünster sicher: „Der 24. September ist eine Zäsur für vieles gewesen. Das Ergebnis der Bundestagswahl ist Ausdruck einer durch und durch verunsicherten Gesellschaft, in der sich die Menschen fragen, wie geht es weiter?“ Der Spitzenkandidat der hessischen Sozialdemokraten verdeutlichte, dass das zentrale Thema nur lauten könne: Arbeit der Zukunft und Zukunft der Arbeit unter den Bedingungen von Digitalisierung, Globalisierung und Klimawandel. „Wir müssen die Menschen in diese veränderten Arbeitsbedingungen mitnehmen und es schaffen, technischen Fortschritt und soziale Sicherheit in Einklang zu bringen.“



Schäfer-Gümpel befürchtete, dass die Hingabe zur Digitalisierung die soziale Gerechtigkeit gefährde. „In Asien werden Lebensmittel zu 80 Prozent über den Online-Handel bezogen und per Homeservice ausgeliefert. Was machen wir mit den Kassiererinnen und Verkäufern, die 20 Jahre bei Rewe oder Edeka gearbeitet haben. Wie sichern wir ihre Zukunft ab?“, hinterfragte der Spitzenpolitiker. Praxistage ohne Smartphone und Presse bei Volkswagen und Opel hätten ihm einen veränderten Blick auf Arbeitsbedingungen beschert. „Bei der Arbeit an der Blinker-Links-Station habe ich den Konflikt zwischen Arbeit und Umwelt gespürt. Und die Beschäftigten dort wissen, dass sie ihrem Job in fünf Jahren nicht mehr nachgehen werden.“

Der Sozialdemokrat bemängelte auch die wachsende Ungleichheit und nannte dabei die Stadt Schotten, in der die Wassergebühren doppelt so hoch seien wie in Frankfurt, das wiederum aus diesem Ort im Vogelsberg sein Trinkwasser beziehe. „Die Menschen sind verunsichert. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Populismus lässt sich aber nicht bekämpfen, wenn in der etablierten Politik überzeugende Antworten fehlen“, so Schäfer-Gümbel. Schon vor der Bundestagswahl habe er gesagt: Die Sozialdemokratie müsse sich so und so erneuern.

Ortsvereins-Vorsitzender Tobias Müller sprach von bewegten Zeiten in der Bundesrepublik und im Ortsverein und hoffte, dass es im Bürgermeister- und Landtagswahlkampf ruhiger werde.

Der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von GWL, SPD und CDU, Dominik Brasch, skizzierte kurz sein Wahlprogramm „Unsere Stadt“ und bedankte sich bei den Genossen für die Unterstützung. Landtagsabgeordneter Heinz Lotz sprach über Hessen von morgen (Dietmar Kelkel)  +++.

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