Pflegeoffensive am Klinikum
Ausbildung Gesundheits-und Krankenpflege: „Richtig für mich, wichtig für alle“
Foto: Gerhard Manns
16.02.2018 / BAD HERSFELD -
Es ist sicherlich kein einfacher Beruf als Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpfleger zu arbeiten. Neben der hohen Verantwortung steht man als Pflegekraft auch oft unter Zeitdruck bei der Pflege der Patienten. Das soll sich aber ändern, denn die Verantwortlichen der Klinikum Gruppe wollen die Arbeitsabläufe differenzierter gestalten. Erklärtes Ziel ist: Pflegekräfte zu entlasten, um mehr Zeit für den Patienten zu haben.
Azubis dringend gesucht
Neben der klassischen Ausbildung besteht seit einigen Jahren an Hoch- und Fachhochschulen auch ein Studienangebot. Die Veränderungen haben gute Zugangswege in die Gesundheits- und Pflegeberufe geschaffen, können dem drohenden Fachkräftemangel jedoch nicht ausreichend begegnen. Dem Problem wird sich das Klinikum, als einer der größten Arbeitgeber mit über 1000 Mitarbeitern im Pflegedienst im Landkreis stellen und dafür sorgen, dass die Patienten auch in Zukunft von gut ausgebildeten Pflegekräften versorgt werden. Dafür soll die Ausbildung und Qualifizierung in den Gesundheitsberufen deutlich ausgebaut werden.
Viele Bildungsangebote am IfG
Pflegedirektor Marcus Ries und IfG Leiterin Verena Hörbelt
„Gesundheitsversorgung ist Vertrauenssache und unser Ziel ist es, für die Patienten mehr Zeit zu haben. Hierfür ist eine fachliche Differenzierung notwendig." Dem könne man aber nur gerecht werden, wenn immer genügend Auszubildende zur Verfügung stehen und den Interessanten und vielseitigen Pflegeberuf erlernen. Man verzeichne am Klinikum seit zehn Jahren einen kontinuierlichen Bewerberrückgang von damals 400 auf jetzt 100-120 Bewerber. Durch die Übernahme des HKZ werde der Bedarf an Azubis aber noch steigen.
Verena Hörbelt und Marcus Ries wandten sich auch gegen Vorurteile, die den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin und des Gesundheits- und Krankenpflegers schlecht reden. Es ist ein abwechslungsreicher und verantwortungsvoller Beruf“, so Verena Hörbelt und Marcus Ries im Pressegespräch. Natürlich ist die Arbeitszeit im drei Schicht-System für viele belastend, bringe aber auch viele Vorteile mit sich. Neben Teilzeitarbeit und flexiblen Arbeitszeiten sind es aber vor allem die vielseitigen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten, die den Beruf interessant machen.
Beim Pressegespräch mit dabei waren die beiden Azubis im zweiten und dritten Lehrjahr Lea Armbrust und Mario Diegel, die über ihre Erfahrungen im Pflegeberuf berichteten.
Lea Armbrust
Die 21-jährige Lea Armbrust machte ihr Abitur und leistete ein freiwilliges soziales Jahr. Dadurch kam sie mit dem Pflegeberuf in Berührung und entschied sich für eine Ausbildung am Klinikum. Sie ist jetzt im zweiten Ausbildungsjahr und bezeichnet ihren Beruf als vielseitig, abwechslungsreich mit vielen Möglichkeiten sich weiterzubilden. Und was den Zeitdruck angeht, in welchen Berufen gibt’s den nicht, so die Feststellung von Lea Armbrust.
Mario Diegel
Einen ungewöhnlichen beruflichen Werdegang hat der 36-jährige Mario Diegel eingeschlagen. Nach dem Fachabitur Wirtschaft/Verwaltung hat er an der Universität Kassel im Jahr 2011 das Studium Wirtschaftswissenschaften mit dem Mastergrad abgeschlossen. Anschließend war in verschiedenen Führungspositionen tätig. Zuletzt als Abteilungsleiter mit abteilungsübergreifenden Funktionen.
Aufgrund fehlender Arbeitszufriedenheit entschloss er sich für einen echten beruflichen Neuanfang in der Krankenpflege. Er begann am Klinikum Bad Hersfeld die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger, die er voraussichtlich im Herbst 2018 mit dem Staatsexamen beenden werde. „Ich habe diesen Weg nicht bereut“, so ein zufriedener Mario Diegel. Voraussetzung für eine Bewerbung zum Erlernen des Pflegeberufs am Klinikum, einer der größten Ausbildungsbetriebe im Landkreis, ist ein qualifizierter Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und Fachabitur/Abitur. Sehr ermutigend ist auch die steigende Nachfrage von jungen Menschen ein Praktikum bei der Klinikum Gruppe zu absolvieren. (Gerhard Manns) +++