Naturschützer freuen sich

Bissspuren an Bäumen und erster Sichtkontakt: Bieber sind wieder zurück


Foto: Arno Eifert

14.02.2018 / GREBENAU - Die Bissspuren an Bäumen sind unverkennbar und nun gab es auch noch einen Sichtkontakt: der Biber ist zurück im Vogelsberg. „Wir freuen uns riesig“, so der Umweltbeauftragte der Stadt Grebenau, Arno Eifert, „der Biber ist im Gründchen angekommen und hat an der Jossa bei Wallersdorf einen passenden Biotop gefunden. Somit versucht, neben Wildkatze und Luchs, eine weitere seltene Art, auf ihrem Weg zurück in ihren angestammten Lebensraum, wieder bei uns heimisch zu werden“.

Im 16. Jahrhundert wurde der Biber in Hessen ausgerottet. Seit seiner Wiederansiedlung vor 25 Jahren im Spessart sucht er sich neue Lebensräume. In Hessen breitet sich der lange Zeit ausgerottete Biber zur Freude von Naturschützern wieder aus. Naturfreunde vermuten, dass er über die Rhön und den Flusslauf der Fulda an die Jossa gekommen ist. Würde man dem Biber 10 bis 30 Meter Spielraum auf jeder Uferseite lassen (Schutzzone), renaturiere er die Flüsse von allein und gestalte naturnahe Gewässerlandschaften.

Biber müssten stets nagen, um ihre ständig wachsenden Zähne abzuwetzen. "Sie fressen keine Fische, sondern die Rinde von Bäumen und fällen diese, um an die frischen Blätter und Zweige der Krone zu kommen. Das übrige harte Holz verwenden Biber zum Bauen von Staudämmen oder Biberburgen. Im Sommer fressen sie auch Uferstauden wie Brennesseln und Wiesenkräuter. Für den Winter legen sie sich unter Wasser Holzlager an, denn Biber halten keinen Winterschlaf und brauchen auch dann Nahrung. Um vom Ufer leicht in den Fluss zu gelangen, gleiten sie auf von ihren selbst gebauten Erdrinnen, den sogenannten Biberrutschen, das Ufer hinab. Wir werben", so Eifert, "insbesondere bei den Gewässeranrainern, für die Akzeptanz des über ein Meter großen, sympathischen Nagetieres mit der charakteristischen Schwanzkelle, der als Baumeister und Landschaftsgestalter im Tierreich gilt“.+++