Entgegen der Zusage von XXXLutz

Rund 30 langjährige Mitarbeiter von Möbel Buhl stehen vor dem Aus

Die österreichische Möbelhaus-Kette XXXLutz hat im Oktober 2017 das Fuldaer Traditionsunternehmen Möbel Buhl mit seinen Einrichtungshäusern in Fulda und Wolfsburg übernommen.
Fotos: Luca Heil

13.01.2018 / FULDA - Rund 30 langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fuldaer Traditonseinrichtungshauses Möbel Buhl stehen kurz nach Weihnachten vor dem beruflichen Aus. "Wir haben zwar noch keine Kündigung, wissen aber leider genau, dass wir keine Zukunft in diesem Unternehmen haben", sagt einer der Betroffenen, der aus verständlichen Gründen anonym bleiben möchte. "Es ist deprimierend: Wir erwarten jeden Tag die Kündigung in der Post." Hintergrund der bevorstehenden Entlassungen ist die Übernahme von Möbel Buhl in Fulda und Wolfsburg durch die XXXLutz Unternehmensgruppe, der das Bundeskartellamt Ende November zugestimmt hatte. Zwar hatte XXXLutz-Pressesprecher Volker Michels damals erklärt, es sollten alle bisherigen 250 Mitarbeiter übernommen werden. "Die Mitarbeiter bilden eine wesentliche Säule des unternehmerischen Erfolges. Unser Ziel ist es möglichst alle Mitarbeiter entsprechend ihrer Qualifikation und Erfahrung weiterhin einzusetzen", so das Unternehmen damals. 

Doch dieses Versprechen wurde nicht gehalten. Betroffen sind Angestellte, die bei Buhl im Einkauf, der Buchhaltung, der Telefonzentrale und dem Marketing beschäftigt waren. Da XXXLutz eine zentrale Verwaltung in Würzburg unterhält, ist es aus Sicht des Unternehmens zwar nachvollziehbar, dass die dort bereits vorhandenen Positionen nicht doppelt besetzt werden und Personalkosten eingespart werden. Für die auf der Straße stehenden Mitarbeiter in Fulda ist es aber in jedem Fall mehr als bitter. 

Mit dem Angebot der Firma an die nicht mehr gebrauchten Mitarbeiter, in eine andere Filiale des Unternehmens zu wechseln, ist es für die Betroffenen aber nicht getan: "Was soll ich in Schweinfurt arbeiten, wenn ich hier ein Haus habe". Auch in eine andere Sparte des Unternehmens zu wechseln ist für die meisten Verwaltungsmitarbeiter keine Option. "Ein Buchhalter kann nun mal keine Möbel verkaufen. Das hat er nicht gelernt und wird es mit 50 Jahren auch nicht mehr lernen wollen."

Ein kleiner Trost: Da die meisten der Betroffenen bereits seit vielen Jahren bei Buhl beschäftigt waren, steht ihnen wohl auch eine Abfindung zu, wenn sie das Unternehmen verlassen müssen. Und die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist in der Region ja auch durchaus hoffnungsvoll. Trotzdem ist ein so erzwungener Arbeitsplatzwechsel nach langer Treue zum Betrieb für die Beschäftigten eine niederschmetternde Aussicht. Ein zusätzliches Manko für die Arbeitsnehmer ist die Tatsache, dass es bei Buhl keinen Betriebsrat gibt, der die Rechte der Mitarbeiter vertritt. 

Eine ähnlich ungute Erfahrung mussten übrigens bereits die überwiegend weiblichen Angestellten vom Fuldaer Modehaus Erna Schneider bei der Übernahme durch "AppelrathCüpper" aus Köln im Juli 2017 machen. Auch dort war im Vorfeld versichert worden, dass alle über 70 Mitarbeiter übernommen werden sollten. Doch auch dort traf es dann langjährige Angestellte im Einkauf, der Buchhaltung, Verwaltung und Dekoration: "Diese Bereiche sind bei uns ausgelagert beziehungsweise zentral gesteuert", hatte AC-Geschäftsführer Christian Steer diese Entlassungen begründet. Man muss kein Prophet sein, um diese Entwicklung auch für die jetzt vom Hagener Unternehmen SinnLeffers mit bundesweit 20 Filialen  übernommenen Mitarbeiter von Hohmann & Heil vorherzusagen. (Carla Ihle-Becker)+++