11. Auflage der Krimi-Reihe
Im Bett mit Yvonne: Lauschiger Leseabend im Bettenhaus Köhler
So richtig nett ist's nur im Bett.
Fotos: Erich Gutberlet
01.12.2017 / FULDA -
Es ist schon gute Tradition im Bettenhaus Köhler in der Fuldaer Löherstraße, am letzten Donnerstag vor dem 1. Advent einen Leseabend mit Kurzgeschichten zu veranstalten. Was vor zehn Jahren mit zehn Zuhörern plus dem Ehepaar Franz und Irmgard Köhler im Auditorium begann, hat sich mittlerweile zur festen kulturellen Größe gemausert. Immerhin kamen gestern Abend zur elften Auflage über 50 Gäste.
Franz Köhler, der zusammen mit seiner Frau, die Geschicke des Unternehmens noch im selben Haus lenkt, in dem sein Urgroßvater es vor 155 Jahren gegründet hatte, blickte vor dem Rezitationsabend im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS auf die Ursprünge der Lese-Reihe zurück. „Als das Löhertor-Zentrum immer leerer und unsere Straße dadurch immer weniger frequentiert wurde, haben wir Einzelhändler uns überlegt, hier eine Kulturmeile aufzubauen.“ Spätestens mit dem Gewinn von Jutta Sporer als Vorleserin und Pia Maria Sauer, die am Saxophon für den musikalischen Rahmen sorgt, - beide hatten gestern ihren vierten Auftritt im Bettenhaus Köhler - habe sich das Konzept etabliert. Dieses stand erneut unter dem Titel „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, der das literarische Genre vorgab: Es ging um Raub, Mord oder Rache.
Der Ort ist wie geschaffen für einen Krimi-Abend. Zwar waren auch Stühle gestellt, aber Irmgard Köhler behüttelte und betüttelte besonders diejenigen, die noch Platz auf den gemütlichen Betten gefunden hatten, und schmiegte deren Füße in weiche Decken: „Die werden nämlich mit der Zeit kalt, glauben Sie mir.“ Und so war es eine lauschige Angelegenheit, im abgedunkelten Raum bei Kerzenschein zusammen mit Yvonne (Nachname unbekannt) im Doppelbett den Kurzgeschichten zuzuhören und mit den Knöpfen zu spielen. Die Hightech-Schlafstatt war nämlich mit zwei Schaltbedienungen ausgestattet, mit denen man die Matratzen in alle möglichen Positionen bringen konnte.
Jutta Sporer hatte einmal mehr einen bunten Strauß an Krimi-Kurzgeschichten zusammengebunden, der das Publikum „gefahrlos in die Abgründe der schwarzen Seelen“ führte, wie sie sagte. Und ihre Partnerin Pia Maria Sauer steuerte Hits, Klassiker und Schlager bei wie „Killing me softly“, „Die Moritat von Mackie Messer“ oder „Die kleine Kneipe“ (Sie wissen schon: Da wo das Leben noch lebenswert ist). Standesgemäß wurde der Abend mit „Ohne Krimi geht die Mimi …“ eröffnet, und in der Pause gab es Getränke, die (O-Ton Jutta Sporer) „unbedenklich getrunken werden können“. (Matthias Witzel) +++