✕

Andreas "Blondie" Weber heute im ZDF

Mit dem letzten Ballkontakt der Karriere an die Torwand im Sportstudio

Ein Osthesse an der Torwand: Andreas Weber von Rot-Weiß Burghaun darf sich heute Abend im ZDF beweisen.
Fotos: Carina Jirsch

02.12.2017 / FUSSBALL - Der Hype um seine Person erfährt einen letzten Höhepunkt. Andreas "Blondie" Weber, Stürmer in Diensten von Kreisoberligist Rot-Weiß Burghaun, ist am heutigen Samstagabend (ab 23 Uhr) im ZDF-Sportstudio zu sehen. Weber setzte sich mit seinem Traumtor gegen Ulstertal in letzter Sekunde im Online-Voting durch und darf nun an der legendären Torwand antreten. 


Der Auftritt im ZDF ist zugleich ein letzter Höhepunkt in der fußballerischen Laufbahn des 32-jährigen Hünfelders. Denn "Blondie" hängt die Schuhe an den Nagel. Der Lucky Punch Mitte November gegen Ulstertal zum Sieg seiner Burghauner sollte die letzte Ballberührung von Weber gewesen sein. "So kann man doch abtreten", flachst Weber im Gespräch mit ON|Sport. Anhaltende Knieprobleme sorgen nun für das Karriereende, das der Stürmer eigentlich schon für den Sommer - nach dem geglückten Klassenerhalt - geplant hatte.

Dass Weber am Samstagabend auf dem Mainzer Lerchenberg antreten darf, kann er immer noch nicht so recht glauben. "Ich hätte nie gedacht, dass ich gewinne", gesteht "Blondie". Mit 47 Prozent der Stimmen setzte er sich aber gegen Paul Szuppa (SV Bannewitz) und Mara Erdweg (TSV Urdenbach) durch. Dabei traf Szuppa sogar per Fallrückzieher. "Eigentlich das schönere Tor", gibt Weber zu. Sehenswert war sein Treffer aber allemal: Nach einem verunglückten Freistoß drosch Weber im zweiten Versuch die Kugel in den rechten, oberen Knick. 

Es sollte ein weiteres Highlight in der Karriere des Lehrers für Mathe und Physik sein. Denn seit über einem halben Jahr wird Andreas Weber für seine Torjäger-Qualitäten mit dem Hit "Blondie, schieß' uns nach Europa" gefeiert. "Das Lied gibt es schon ziemlich lange, wurde aber vor ein paar Monaten wieder ausgegraben", erzählt Weber, "aber eigentlich ist mir das alles schon ziemlich unangenehm." Weil Weber aber der Garant für Burghauns Klassenerhalt war, wurde er zur Kultfigur.

Dass er nun zu Moderator Jochen Breyer an die Torwand darf, hat er übrigens Andreas Och zu "verdanken". Der ehemalige Vorstand von Burghaun lud das Video, das Mario Henning drehte, kurzerhand auf dem Portal "fussball.de" hoch - und bekam die meisten Stimmen. "Da geht es natürlich auch darum, wer die meiste Werbung macht und das hat in meinem Fall ganz gut geklappt", schmunzelt Weber, dessen Cousin übrigens der Rhöner Jung und Ex-Nationalspieler Sebastian Kehl ist.

Am Samstagnachmittag wird er sich gemeinsam mit Freundin Jasmin Diegelmann und den Kumpels Andreas Och und Andreas Steinmetz auf den Weg nach Mainz machen. "Ich bin schon ziemlich aufgeregt", gesteht Weber, der sich nach Senderangaben gegen Nationalspieler Timo Werner beweisen darf. "Einmal sollte ich schon treffen, um zumindest nicht zu verlieren", flachst der BVB-Fan vor dem Duell gegen den aktuell wohl besten deutschen Stürmer.

Insgesamt sechs Versuche - drei rechts unten, drei links oben - werden Weber und Werner am Samstagabend haben. Burghauns Stürmer gibt aber schmunzelnd zu bedenken: "Das Tor, mit dem ich gewonnen habe, habe ich rechts oben geschossen. Meine Elfer schieße ich immer links unten. Ich sollte fragen, ob ich vielleicht von hinten schießen darf." Wer weiß: Vielleicht macht die Burghauner Kultfigur ja auch bei seinem letzten Karriere-Höhepunkt auf sich aufmerksam. (Tobias Herrling) +++

X