Förderung durch BAMF

Michaelshof wird Begegnungszentrum für Menschen unterschiedlicher Kulturen


Fotos: Marius Auth

24.10.2017 / HILDERS - Der Michaelshof in Unterbernhards bei Hilders war 50 Jahre lang über die Region hinaus als Familienbildungsstätte bekannt. Im Jahr 2015 kamen 120 Flüchtlinge dort unter, heute sind es noch 70. Um die Inklusion der Neuankömmlinge zu befördern, wurde am Montagnachmittag ein Ehrenamtlichen-Projekt präsentiert, das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird.


"Auf dem Land ist die Welt noch in Ordnung" - da waren sich Hubert Blum, Bürgermeister von Hilders, und Birgit Kömpel, SPD-Bundestagsabgeordnete an ihrem letzten Amtstag, einig: Die Integration sei im ländlichen Raum einfacher, da die Begegnung mit den Einheimischen zwangsläufig erfolge, auch wenn das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln teils zu wünschen übrig lasse. Das trifft auch auf den in idyllischer Landschaft gelegenen Michaelshof zu: Das Gelände gehört dem Deutschen Roten Kreuz, welches es an den Landkreis Fulda vermietet hat. Seit 2015 betreibt die Fuldaer gemeinnützige Gesellschaft für Ausbildung, Beschäftigung und Qualifikation Grümel den Michaelshof mit fünf Mitarbeitern, die für 70 Flüchtlinge zuständig sind: "Davon sind alleine zwei Mitarbeiter für den Fahrdienst zuständig, da die Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs hier sehr eingeschränkt sind", erklärt Grümel-Geschäftsführer Matthias Kraft, der am Montagnachmittag genau wie Vertreter des DRK gekommen war, um das dreijährige Projekt Z.I.E.L., Zentrum für Inklusion und Entwicklung des ländlichen Raums, mit interessierten Bürgern zu besprechen.

Durch finanzielle Förderung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sollen am Michaelshof Ehrenamtlichenprojekte gebündelt werden, die eine Begegnung von Einheimischen und Geflüchteten auf Augenhöhe ermöglichen: "Es ist auch möglich, dass sich ein Handarbeitskreis nur aus Einheimischen bildet, wir wollen aber eine grundsätzliche Offenheit für Flüchtlinge oder Spätaussiedler in den Projekten gewährleisten. Inklusion heißt, dass wir weder die Kultur noch das Heimatverständnis der Bewohner rauben wollen", erklärt die Projektkoordinatorin Nicolette Salmann. 1,5 Stellen werden für die Koordinierung des DRK-Kooperationsprojekts am Michalshof geschaffen, beim Termin am Montag wurden von den Ehrenamtlichen Gruppen gebildet, um die Ideen zu konkretisieren: Vom internationalen Kochkurs über innovative Sprachlernmethoden bis zur Lebensmittelkunde für die gesunde Ernährung reichten die Vorschläge. "Wir versprechen uns davon, den Michaelshof allgemein zu beleben. Viele der Neuankömmlinge, die jetzt hier leben, suchen stadtnahe Wohnmöglichkeiten - das dreijährige Projekt kann aber auch dabei helfen, Verbindungen hier im ländlichen Raum zu schaffen", so Salmann. (Marius Auth) +++

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