30 Tage nach der Bundestagswahl
Jamaika-Gespräche laufen - CDU-Politiker Brand: "Neue Regierung muss liefern"
Fotos: Christian P. Stadtfeld / privat
24.10.2017 / FULDA/BERLIN -
Der neue Bundestag bricht Rekorde. Er ist so groß wie nie zuvor. 709 Abgeordnete kommen am Dienstag zu ihrer ersten Sitzung zusammen. In der letzten Legislaturperiode waren es noch 630 Politiker. Michael Brand (CDU) aus Fulda sitzt bereits seit zwölf Jahren im Parlament. OSTHESSEN|NEWS hat mit dem 43-Jährigen wenige Tage vor der Konstituierung im politischen Machtzentrum Berlin gesprochen.
"Ziel der Parteien CDU/CSU, FDP, Grüne muss es jetzt sein, ernsthaft auszuloten, ob ein Fundament für eine stabile Regierung vorhanden ist." Das verlange Kompromiss von jedem, könne aber nicht heißen, Kompromisse um jeden Preis zu machen. "Die Handschrift der Union beim Thema Sicherheit, Stärkung von Familien und Mittelstand muss klar erkennbar sein", fordert Brand. Strittige Themen sind: die Begrenzung der Zuwanderung, Familiennachzug, keine Steuererhöhung mit der CDU und soziale Sicherheit. Brand warnt zugleich vor "taktischen Spielchen beim Thema Neuwahl".
Mit den Themen Menschenwürde und Sterbehilfe hat Michael Brand in den letzten Jahren Akzente im Bundestag gesetzt, u.a. mit einem fraktionsübergreifenden Gesetz für eine bessere Sterbebegleitung durch den massiven Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung. Brand führte fast vier Jahre den Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, ist jetzt der zuständige Sprecher der größten Regierungsfraktion und will auch weiter dem Fraktionsvorstand der Union angehören. "Natürlich ist es nützlich diesem Führungsgremium anzugehören, vor allem auch für die vielen Anliegen für den Wahlkreis: Ob wichtige Verkehrsvorhaben, Wirtschaft- und Mittelstandsthemen oder die Stärkung der ländlichen Region."
Die Jamaika-Sondierungsgespräche laufen seit letzter Woche. Mit Inhalten haben sich die Verhandlungsführer beim ersten Treffen natürlich noch nicht in der Tiefe beschäftigt. Stattdessen heißt es abtasten und kennenlernen. Michael Brand zum Zeitplan: "Wenn bis zum Jahresende die Regierung steht, wäre das sicher gut. Wenn es aber vier Wochen länger dauert, wäre das auch kein Grund zum Kopfzerbrechen - denn entscheidend sind die Ergebnisse. Die neue Regierung muss liefern." (Christian P. Stadtfeld) +++