Borussia Fulda - SV Flieden 3:1 (1:0)

Neuzugang Marin Vidosevic erlöst Borussia Fulda

Fliedens Christian Bohl musste sich Daniel Kornagel und Borussia Fulda beugen
Fotos: Carina Jirsch

12.10.2017 / FUSSBALL - Wichtiger Sieg für Borussia Fulda: Am Mittwochabend siegten die Schützlinge von Trainer Thomas Brendel im Derby gegen Aufsteiger Flieden mit 3:1 (1:0) und revanchierten sich für die Niederlage zum Auftakt. Neuzugang Marin Vidosevic war es, der in der Schlussphase nach einem Eckball den Endstand herstellte und für Erleichterung bei den Borussen sorgte.

Die vermeintliche Vorentscheidung im Derby fiel nach einer guten Stunde. Die Borussen, die klar die bessere Mannschaft waren, erhöhten durch eine sehenswerte, aber vielleicht nicht ganz so gewollte Kombination auf 2:0. Kornagel düpierte zwei Fliedener, Mosch legte den Ball auf Younes Bahssou, der weiter zu Dennis Müller spielte. Und Fuldas Nummer 31 traf mit einem „Schlupfer“ – halb Schlenzer, halb Lupfer – ins Glück (58.). Ob gewollt oder nicht, den Borussen war es egal. Ein entspannter Abend wurde es aber nicht.

Denn 20 Minuten vor dem Ende köpfte Fliedens Tobias Bartel eine zweite Hereingabe von Moritz Lingenfelder in die Maschen. Und plötzlich drohte das eigentlich entschiedene Spiel zu kippen, Flieden witterte seine Chance, einer eher mauen Vorstellung noch zählbares zu verleihen. Bis, ja bis Minute 81 anbrach. Der SCB, der ziemlich von der Rolle wirkte, hatte nach Gjocais Möglichkeit einen Eckball.

Gjocai brachte den fälligen Eckball in die Mitte, Tobias Henneböle per Kopf und am langen Pfosten bugsierte Neuzugang Marin Vidosevic den Ball über die Linie. Vor Wochenfrist traf Vidosevic noch in Ginsheim ins eigene Netz, nun ließ er seine Farben jubeln. „Das ist ein tolles Gefühl. Wir hatten vor dem Spiel Druck und sind froh, dass wir gewonnen haben“, sagte Torschütze Vidosevic nach dem Spiel und seinem ersten „richtigen“ Treffer für den neuen Verein.

Ins Derby schickte SCB-Trainer Thomas Brendel die gleiche Elf wie zuletzt in Ginsheim. Hieß auch: Denis Mangafic fehlte weiterhin verletzt (Leiste), dafür aber kehrte Kevin Hillmann zurück in den Kader. Auf einer Position veränderte hingegen Fliedens Trainer Meik Voll seine Startformation: Für den jungen André Herr begann Routinier und Ex-Borusse Christopher Krause. Für den die Partie aber bereits nach wenigen Minuten beendet war.

Krause lief unrund und wurde früh durch Jungspund Lingenfelder ersetzt. Ein Wechsel, typisch für Trainer Meik Voll. Statt die etwas erfahrenen André Herr oder Luca Gaul zu bringen, wirft Voll Lingenfelder ins kalte Derby-Wasser. „Er hat das heute gut gemacht. Bei mir bekommt jeder Spieler seine Einsatzzeiten“, kommentierte Voll die Personalie Lingenfelder. Die Buchonen aber gerieten frühzeitig ins Schwimmen, weil die Hausherren von Beginn an drückten – und auch zu Chancen kamen.

Die beste vergab Younes Bahssou, der einen schlimmen Bock von Lukas Hohmann nicht bestrafte, weil Fliedens Schlussmann seinen Fehler ausbügelte (5.). Kurz darauf spielte Marcel Mosch einen Konter, bei dem sich der SCB in Überzahl befand, unsauber aus. Noch in der Anfangsphase aber durften die Borussen jubeln. Pomnitz mit einem überragenden Ball auf Bahssou, der mit einer einfachen Täuschung an Nico Hohmann vorbeikam und Hohmann keine Chance ließ – 1:0 für die Fuldaer (16.).

Ein Treffer, der den Hausherren, bei denen Fuß, Henneböle, Vidosevic und Müller die Viererkette bildeten, in die Karten spielte. Denn Flieden tat sich in Rückstand liegend schwer, brachte kaum gefährliche Aktionen im Spiel nach vorne zustande. „Wir haben heute vieles vermissen lassen. Das war gar nichts von uns“, gab Voll zu. Laufbereitschaft, Wilen waren nicht zu sehen und auch von einer breiten Brust war nichts zu erkennen.

Vorwerfen konnte man den Hausherren im weiteren Verlauf nur die fehlende Konsequenz. Hier ein Haken, dort ein Pass zu viel. Die Borussen hätten aus ihren Möglichkeiten definitiv mehr machen müssen. Kurz vor der Pause war es dann fast so weit, aber Marcel Mosch traf von halbrechts nur den Innenpfosten (42.). Nach dem Seitenwechsel war Volls Wechselkontigent bereits erschöpft, nachdem Lembach und Stange für die angeschlagenen Götze und Drews in die Partie kamen.

Borussias Trainer Thomas Brendel zeigte sich nach dem Spiel zufrieden. „Ich bin froh, dass wir uns belohnen konnten. Wir haben eine gute Leistung gezeigt und verdient gewonnen“, so der Trainer über den Sieg, der erst einmal Druck von der angespannten Lage des Traditionsvereins nimmt. (Tobias Herrling)


DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Borussia Fulda: Tobias Wolf – Marin Vidosevic, Tobias Henneböle, Daniel Kornagel (90. Marvin Akkus Rodriguez), Leon Pomnitz, Younes Bahssou (78. Matija Poredski), Benjamin Fuß, Patrise Gjocai, Sebastian Alles, Dennis Müller, Marcel Mosch.

SV Flieden: Lukas Hohmann – Nico Hohmann, Andre Leibold, Christopher Krause (7. Moritz Lingenfelder), Andreas Drews (46. Dario Stange), Niko Zeller, Marc Götze (46. Jonas Lembach), Sascha Rumpeltes, Fabian Schaub, Christian Bohl, Tobias Bartel.

Schiedsrichter: Martin Kliebe (Kassel).

Zuschauer: 1.800.

Tore: 1:0 Younes Bahssou (16.), 2:0 Dennis Müller (58.), 2:1 Tobias Bartel (70.), 3:1 Marin Vidosevic (86.). +++