Nistkasten in 36 Meter Höhe

Turmfalken nisten in der Andreaskirche Altenschlirf

Ein freudiger Tag für Altenschlirf: Die Ehrenplakette „Lebensraum Kirchturm“ des NABU ziert jetzt die Altenschlirfer Andreaskirche, ganz stolz auf diese Auszeichnung sind sowohl die beiden Vogelschützer Otto Kirchner und Otto Schmidt als auch Küster Friedel Möller und Pfarrerin Heidi Kuhfus-Pithan
Fotos: Dieter Graulich

11.09.2017 / HERBSTEIN - Die Altenschlirfer Andreaskirche, genauer gesagt deren östliches Kirchturmfenster, ist dank der beiden Naturschützer Otto Kirchner und Otto Schmidt inzwischen zu einem Brut- und Lebensraum für Turmfalken geworden. Nachdem immer wieder Turmfalken am Kirchturm gesichtet worden waren, machten sich die Vogelschützer Kirchner und Schmidt im Frühjahr mit einigem Arbeitsaufwand daran, den gesichteten Turmfalken einen Brutplatz einzurichten. Mit dem Einverständnis des Kirchenvorstandes und Pfarrerin Heidi Kuhfus-Pithan im Rücken und der kostenlosen Zurverfügungstellung des Bauholzes durch die Zimmerei Schneider aus Herbstein, zimmerten Kirchner und Schmidt nach einem NABU-Bauplan einen passenden Nistkasten, der in rund 36 Meter Höhe am Kirchenfenster seinen Platz fand.



Erfreulicherweise nahm sodann auch ein Turmfalkenpaar dieses „Brutzuhause“ an, schone wenige Tage später konnten sich die beiden Altenschlirfer „Baumeister“ auf Grund eines eingerichteten „Spions“ davon überzeugen, dass nicht weniger als fünf Eier im Nest lagen. Am 28. Tag dann war es soweit, vier Junge waren geschlüpft, der Brutvorgang also positiv erreicht.

Diese Aktion fand natürlich allseits große Anerkennung, sodass jetzt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) das Altenschlirfer Gotteshaus mit der Ehrenplakette „Lebensraum Kirchturm“ auszeichnete. Mit dieser Aktion setzt sich der NABU, wie Karl-Heinz Zobich vom Kreisverband bei der Auszeichnung hervorhob, für die Sicherung von Nistplätzen bedrohter Tierarten ein. Ins Leben gerufen wurde diese NABU-Aktion mit dem Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen im Jahre 2007, als der Turmfalke zum „Vogel des Jahres“ erklärt wurde. Über 950 Kirchen bundesweit bieten nach den Ausführungen Zobichs mittlerweile ihre Türme bedrohten Vögeln und Fledermäusen als Lebensraum an. Sie alle seien in den vergangenen acht Jahren vom NABU ausgezeichnet worden.

Die schmalen Kirchturmtreppen empor auf knapp 40 Meter in den Glockenraum hinaufgestiegen, wurde am Brutkasten nun zunächst ein „Herstellungs-Erinnerungsnachweis“ angebracht. Sowohl NABU-Kreisverbands-Vorsitzender Zobich als auch seine ihn begleitende Carmen und Carina Schramm würdigten das großartige Engagement von Otto Kirchner und Otto Schmidt, die vorbildlicher und nachahmenswerter Weise der Vogelwelt eine „Wohn- und Lebensstätte“ anböten. „Den Turmfalken Heimat und Lebensraum zu geben, verdient große Anerkennung, daher darf ich Ihnen neben der Auszeichnung in Form einer Ehrenplakette auch noch eine Urkunde von NABU und des Beratungsausschusses für das deutsche Glockenwesen übergeben“, freute sich auch der NABU-Vertreter weiter. Für Pfarrerin Heidi Kuhfus-Pithan, die ebenso die beiden Vogelschützer Schmidt und Kirchner in ihren Dank mit einschloss und für diese war es zu Beginn der Aktion auch selbstverständlich, zusammen mit dem Kirchenvorstand ihre Einwilligung für den Nest- und Brutbau in luftiger Höhe des Kirchturmes zu geben. (gr) +++

Einen Herstellungs-Erinnerungsnachweis brachte NABU-Vertreter Karl-Heinz Zobich ( stehend auf der Leiter) am Brutkasten in knapp 40 Metern Höhe an, worüber sich auch ( von rechts) Pfarrerin Heidi Kuhfus-Pithan, Otto Schmidt, Otto Kirchner, Küster Friedel Möller, Zimmermeister Clemens Schneider sowie die NABU-Mitglieder Carmen und Carina Schramm sich freuten

Auch eine Urkunde gab es vom NABU durch Karl-Heinz Zobich an Pfarrerin Heidi Kuhfs-Pithan, Otto Schmidt und Otto Kirchner

X