23. Deutsche Bergmeisterschaft
Ein Hauch von "Tour de France" in der Rhön
Freuen sich auf die Bergmeisterschaft: Siggi Seng, David Hinder, Markus Röder und Manfres Oeste (von links)
Fotos: Tobias Herrling
25.08.2017 / RADSPORT -
Voller Vorfreude blicken die Organisatoren der 23. Deutschen Bergmeisterschaft auf das Megaevent, das am kommenden Samstag um 8 Uhr morgens im Hofbieberer Ortsteil Elters startet. Bei der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag wurden nochmals die Strecke und der Tagesplan vorgestellt. Außerdem gab es einen Ausblick, welche Fähigkeiten die Fahrer am Renntag mitbringen müssen, um am Ende die Nase vorn zu haben.
"Wir haben bisher noch nie eine Veranstaltung solcher Größenordung ausgetragen, deshalb können wir nicht sagen, wie viele Zuschauer am Samstag für Stimmung sorgen werden. Wir hoffen aber auf eine große Zahl an Radbegeisterten, die die Spitzensportler am Streckenrand anfeuern und so ein bisschen Tour-de-France-Flair in die Rhön bringen", freut sich der Vorsitzender des Ausrichters RC 07 Fulda, David Hinder, auf den Wettkampf, den sein Verein austrägt.
Das Streckenprofil sei mit zwei Anstiegen mit teilweise 16 Prozent Steigung allerdings nichts für Anfänger. Den 185 Profis aus der Rad-Bundesliga werden auf sieben 17 Kilometer langen Runden mit insgesamt 118,58 Kilometern und 3.000 Höhenmetern sportliche Höchstleistungen abverlangt. Zudem ist die Bergmeisterschaft ein Sichtungsrennen für die anstehende Weltmeisterschaft in Norwegen.
Beim Rennen am Samstag sind zusätzlich zu dem Titel des Deutschen Bergmeisters noch Punkte in der Berg- und Sprintwertung für die Bundesliga zu holen, die alle zwei Runden am höchsten Punkt auf der Milseburg und im ebenen Zielbereich vergeben werden. Nach Abschluss der Saison wird derjenige mit den meisten Punkten zum Bundesligameister gekührt.
"Am Samstag werden Bergspezialisten mit einem leichten Körpergewicht klar im Vorteil sein. Auch Ausreißergruppen haben bei guter Absprache eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit. Das Fahrerfeld wird sich schon früh in verschiedene Gruppen aufteilen. Hier kommt es bei den Verfolgern auf gute Teamarbeit an. Wichtig ist auch das perfekte Ausnutzen des Windschattens des Vordermannes, der im Radsport eine große Kraftersparnis bringt, an, um die Spitzengruppe wieder einzuholen", erwartet Hinder. Schwierig für die Sportler seien zudem nicht nur der steile Anstieg an sich, sondern die ständig wechselnde Steigung, auf die sich jeder Fahtrer individuell und flexibel anpassen müsse. Auch in den Abfahrten, in denen die Fahrer teilweise bis zu 100 Stundenkilometer erreichen, müsse viel Geschick bewiesen werden.
Der Verlauf des Rennens lasse sich daher schlecht vorraussagen. "Am Renntag kann wirklich alles passieren. Ob wir gleich von Beginn Attacken sehen oder der Wettkampf eher ruhig startet, hängt von vielen Faktoren ab. Eine davon ist sicherlich der für die Rhön typische starke Wind, der den Athleten zu schaffen machen könnte", meint Organisationsleiter Siggi Seng.
Auch Hofbiebers Bürgermeister Markus Röder und der Ortvorsteher von Elters Manfred Oeste heißen die deutsche Radsportelite herzlich Willkommen. "Die Sportler sind bei uns in der Gemeinde zu Gast bei Freunden", gibt sich Röder euphorisch. "Die Belastung ist groß, aber durch viel Engagement und gute Zusammenarbeit schaffen wir es, diese Großveranstaltung zu stemmen. Wir wollen zeigen, dass die Rhön nicht nur eine hervorragende Landschaft, sondern auch ausgezeichnete Gastgeber zu bieten hat", so Röder weiter.
Neben den Profis suchen aber auch die Junioren und die Senioren ihren Meister. Bei den jungen Talenten erhoffe sich der Fuldaer Jan Hahner eine gute Platzierung. Auf Seiten der Senioren rechne sich der zweimalige Vizemeister Thomas Hädrich gute Chancen für einen Podiumsplatz aus. Übrigens: Wer Lust hat, selbst einmal Rennluft zu schnuppern, kann sich noch bis Samstagmorgen zum Jedermannrennen anmelden, bei dem auf zwei Runden 33,88 Kilometer zurückgelegt werden. (Niklas Dietrich) +++