Nach erfolgreicher Promotion

Bürgermeister Steffen Korell darf ab sofort den Doktortitel tragen

Bürgermeister Steffen Korell
Fotos: privat

01.09.2017 / GERSFELD - Stolz lächelt Steffen Korell mit Doktorhut und Talar bei der Promotionsfeier des Fachbereichs Rechtswissenschaften der Universität Marburg in die Kamera. Der 33-jährige Rathauschef der Gemeinde Gersfeld hat sein Ziel erreicht. Das hat ihn zwar viel Zeit gekostet, die er sich aber nachts, wochenends und an seinen Urlaubstagen gerne genommen hat: Jetzt darf er endlich seinen Doktortitel tragen. "Das ist eine schöne Anerkennung und Belohnung. Was ich geleistet habe, macht mich stolz", freut sich der Bürgermeister.



Die Promotion stand schon länger auf der To-Do-Liste von Korell. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines zweiten juristischen Staatsexamens 2011 arbeitete der Rechtsanwalt in der Kanzlei Schmitt, Hoff & Kollegen in seiner Heimatgemeinde. "Ich war dort angestellter Rechtsanwalt und wurde in 2013 Partner der Kanzlei", erzählt Korell im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Wie der Rathauschef erklärt, promovieren viele Studenten zwischen dem ersten und zweiten Staatsexamen. "Ich habe mir aber gedacht: zuerst die Pflicht, dann die Kür."

Während seiner Tätigkeit in der Kanzlei hat Korell 2014 seine Arbeit mit dem Titel "Der zentrale Gerichtsstand des § 11a StPO im System der Verfolgung von Straftaten, die Soldaten der Bundeswehr im Auslandseinsatz begehen" gestartet. Da Korell Reservist der Bundeswehr ist und sowohl sein Vater als auch sein Großvater Berufssoldaten waren, ist die Wahl des 33-Jährigen auf dieses Thema gefallen. Schon während seines Studiums haben ihm die Themenschwerpunkte Straf- und Verwaltungsrecht gut gefallen: "Das hat mir großen Spaß gemacht."

Das "Doktor-Projekt" hat Korell während seines Bürgermeister-Wahlkampfes in 2014 und in den ersten zwei Jahren im Amt erst einmal ruhen lassen müssen. Als er im September den hauptamtlichen Dienst antrat, habe er alle Hände voll zu tun gehabt, da blieb auch für Urlaub kaum Zeit. „Nach dem Abwahlverfahren meines Vorgängers ist viel Arbeit liegen geblieben.“ Das Verfahren gegen Bürgermeister Peter Wolff (FDP) wurde 2014 mit großer Mehrheit von den Stadtverordneten in die Wege geleitet.

"Ich lasse nichts Angefangenes in der Schublade liegen", erklärt der zielstrebige Gersfelder. Neben seiner Tätigkeit als Bürgermeister hat er an seiner Promotion weitergearbeitet. "Ich musste erst einmal wieder schauen, was in den vergangenen zwei Jahren zu dem Thema publiziert wurde. Ich habe mir viele Abende um die Ohren geschlagen und so manches Mal musste ich mich wochenends und in meinem Urlaub auch im Büro einschließen. Aber ich habe das nicht als Belastung empfunden. Es hat mir sogar viel Spaß gemacht. Man muss einfach diszipliniert sein", freut sich der 33-Jährige, der seine Arbeit im Januar abgeben konnte: "Man ist einfach unglaublich froh, wenn man so etwas geschafft hat. Jetzt muss die Stadt neue Stempel kaufen", lacht der frisch promovierte Bürgermeister. (Julissa Bär) +++

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