Historisches in der Rhön

Zum ersten Mal: RC 07 Fulda richtet Deutsche Bergmeisterschaften aus

Freuen sich auf die Meisterschaften: Vorstand David Hinder (links) und Organisations-Leiter Siggi Seng
Fotos: Tobias Herrling

19.06.2017 / RADSPORT - Das gab es noch nie: am Samstag, 26. August, finden zum ersten Mal in der Region die deutschen Bergmeisterschaften im Radsport statt. Der RC 07 Fulda erhielt vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) den Zuschlag, die 23. Deutschen Bergmeisterschaften in der Rhön auszurichten.

„Wir haben in diesem Jahr 110-jähriges Vereinsjubiläum und da haben wir die Möglichkeit genutzt, uns zu bewerben“, sagt David Hinder, 1. Vorsitzender des RC, im Gespräch mit ON|Sport. Hinder und seine Vereinskollegen haben mit der Ausrichtung von Wettkämpfen Erfahrung und schon einige Hessenmeisterschaften über die Bühne gebracht. Nun wird im August aber alles eine Nummer größer werden. Die 23. Deutschen Bergmeisterschaften finden in der Rhön statt. Zum ersten Mal überhaupt.

„Es ist für den Verein und die Region historisch, weil hier noch keine deutschen Meisterschaften im Radsport ausgerichtet worden sind“, freut sich Hinder über den Zuschlag des BDR. Weil an dem Tag auch ein Jedermann-Rennen und ein Bundesliga-Wettkampf ausgetragen wird, erwartet Hinder insgesamt 600 Sportler, die sich an die 17 Kilometer lange Strecke wagen. Je nach Wettkampf werden mehrere Runden absolviert. Die Radsportler, die über die Distanz an den Start gehen, kommen am Ende auf gut 130 Kilometer.

Apropos Strecke: die beginnt und endet im Hofbieberer Ortsteil Elters. „Elters ist deshalb der Start- und Zielpunkt, weil mehrere Strecken auf ihre Machbarkeit geprüft wurden und diese Strecke genehmigt wurde“, erklärt Hinder. Diese führt von Elters nach Biberstein und über Schackau hoch zur Milseburg. Von dort geht es den Berg wieder runter nach Dörnbach und weiter nach Harbach. Über Langenberg geht es schließlich zurück nach Elters. Eine Strecke, von der sich David Hinder angetan zeigt. „Die Sportler erwartet eine anspruchsvolle Strecke mit Steigungen bis zu 16 Grad an der Milseburg und Abfahrten, die eine gewisse Technik mit dem Rad erfordern. Möglicherweise wird hier in der Rhön auch der Wind eine Rolle spielen.“

Stichwort Rhön: Für die Region sei ein Wettkampf wie die Deutsche Bergmeisterschaft etwas ganz besonderes. „Es wird publik, wie schön die Landschaft ist und wie verbunden die Region mit dem Radsport an sich ist. Ich denke, dass die Sportler die Region schätzen lernen.“ Denn an diesem Tag stehe die Rhön bundesweit im Fokus des Radsports. Den Zuschlag gab es auch aus einem anderen, nachvollziehbaren Grund. „Der BDR hatte natürlich auch das Interesse, dass es, wenn die Meisterschaften in Hessen ausgetragen werden, in die Region geht, die am höchsten reicht. Für eine Bergmeisterschaft ist das essentiell.“

Denn das Höhenprofil reicht von 406 bis 648 Meter am höchsten Punkt der Strecke. Der gesamte An- und abstieg liegt bei 402 Meter. Am nostalgischsten Punkt, der Milseburg, wolle der Verein zusätzlich etwas für die Zuschauer organisieren. „Da gibt es Überlegungen, einen Ausschank anzubieten oder Trommler-Gruppen für die Stimmung zu besorgen“, führt Hinder aus.

Weil neben den Amateur-Sportlern auch Profis und auf Bergrennen spezialisierte Radsportler an den Start gehen, erwartet David Hinder ein für die Zuschauer attraktives Rennen. Der bekannteste Name, der in der Rhön um den Titel kämpfen wird, dürfte Emanuel Buchmann vom Team Bora sein. 2015 wurde der Ravensburger auf der Straße deutscher Meister, im August wird er die Bergmeisterschaft anvisieren. (Tobias Herrling) +++