"Geheime" Bürgerbefragung

Weiter Aufregung um Kalkkiesabbau in Malkes - Ortsvorsteher Schultheis will Fakten

Die gelb markierte Fläche soll Kalkkiesgrube werden
Foto: Hendrik Urbin

17.06.2017 / FULDA - Im Fuldaer Stadtteil Malkes rumort es wegen des geplanten Kalkkiesabbaus, doch die meisten Anwohner nehmen die Ankündigung zunächst offenbar ganz gelassen. Das sagt zumindest der Ortsvorsteher Rudolf Schultheis im Gespräch mit O|N. "Im Moment ist es für meisten Malkeser einfach schwierig, sich eine eigene Meinung zu bilden, weil noch Informationen darüber fehlen, was genau wo geplant ist." Doch der Ortsvorsteher will schon bald dafür sorgen, dass sich dieser Zustand der Unwissenheit ändert. "Wir haben für den 20. Juni für 19 Uhr eine Informationsveranstaltung für die Malkeser Bürgerinnen und Bürger im Feuerwehrhaus angesetzt. Dann wird Bauunternehmer Veit Küllmer uns Rede und Antwort stehen und ein Vertreter der Stadt wird ebenfalls anwesend sein und sich zu dem geplanten Abbau äußern."

Auf die Frage, wie weit die Pläne des Bauunternehmers für die Fläche 'Am Romersberg' mit der Stadt abgestimmt sind, hat uns die Magistratspressestelle folgendes mitgeteilt: Der aktuelle Flächennutzungsplan (FNP), der 2009 aufgestellt und 2014 rechtskräftig geworden sei, sehe an der fraglichen Stelle eine mögliche Abbaufläche vor. Im Zuge der Aufstellung des Flächennutzungsplans sei unter anderem auch der Ortsbeirat Malkes eingebunden gewesen. Weil die Fläche im FNP bereits entsprechend deklariert worden sei, erfordere die Genehmigung des Abbaus dort kein eigenes Bebauungsplanverfahren, es genüge ein Bauantrag.

Einen entsprechenden Bauantrag für einen zeitlich befristeten Kalkkiesabbau auf rund 29.300 Quadratmetern hat Unternehmer Veit Küllmer gestellt, er liegt der Stadt seit Mitte April vor. Weil die Antragsunterlagen noch unvollständig seien, wurde über den Antrag bisher noch nicht entschieden. In unmittelbarer Nachbarschaft der fraglichen Fläche, aber bereits auf Großenlüderer Gemeindegebiet, habe es bereits in früheren Jahren einen Kalkabbau gegeben.

Ortsvorsteher Schultheis meint jedenfalls, für die Mehrheit der Anwohner stelle der Kiesabbau keine unzumutbare Belastung dar. Er wolle nach der Informationsveranstaltung am kommenden Dienstag auch eine Abstimmung per Stimmzettel veranlassen, deren Ergebnis aber nicht veröffentlicht, sondern nur als vorläufiges Stimmungsbild gewertet werden soll. Auch Bauunternehmer Veit Küllmer sieht keinen Grund für Pessimismus und gute Chancen dafür, dass sein Bauantrag genehmigt werde. Er habe bereits Bohrungen für die Effizienz des Abbau veranlasst, die gerade ausgewertet würden. "Wir wissen auf jeden Fall schon, dass sich der Abbau lohnt, nur noch nicht im Detail, wie ergiebig das Gelände ist." Aber in diesem Jahr  passiere da definitiv noch nichts. Die Fläche, auf der dann tatsächlich abgebaut werde, sei kleiner als beantragt und Lärm und Staubbelastung halte sich in erträglichen Grenzen.

Am kommenden Dienstagabend  wird sich zeigen, wie die geplante Kieskalkgrube von den Malkesern beurteilt wird. (Carla Ihle-Becker)+++