Zum Petersberger Klassenerhalt
Der sichere Absteiger, der keiner ist
Fotos: Carina Jirsch
16.05.2017 / FUSSBALL -
Er war als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt worden. Galt als sicherer Absteiger in die Gruppenliga. Nun hat Verbandsligist RSV Petersberg den Klassenerhalt geschafft. Weil die Mannschaft in entscheidenden Phasen überzeugte.
Samstag, 1. Oktober 2016: Der RSV Petersberg kassiert eine historische 0:8-Klatsche gegen Eintracht Baunatal. Trainer Goran Gajic, der die Mannen vom Waidesgrund souverän zur Gruppenliga-Meisterschaft führte, tritt zurück. Der Verbandsliga-Aufsteiger liegt am Boden. Auf einem Abstiegsplatz. Dort, wo ihn viele im osthessischen Fußball-Zirkus auch am Ende der Saison sehen.
Zweimal wieder aufgestanden
Samstag, 13. Mai 2017: Jubelkreis im Waidesgrund. Petersberg bezwingt den Melsunger FV mit 5:0 und macht das nicht für möglich Gehaltene wahr: den Klassenerhalt. Was war passiert? Einmal mehr zieht sich die Mannschaft, die seit Oktober von Rolf Gollin trainiert wird, aus dem Schlamassel und gewinnt fünf der letzten sechs Spiele. Der Lohn ist der sichere Ligaverbleib in der Verbandsliga. Wie ist das möglich? Dass eine Mannschaft, die zweimal abgestiegen scheint, alle Kritiker Lügen straft?
Torjäger Boris Aschenbrücker bestätigt diesen Eindruck. „Wir haben richtig geile Moral bewiesen, zumal jedes Spiel ein Endspiel war und sauviel Druck da war.“ Ein Paradebeispiel für die Petersberger Moral war die Partie in Rothwesten. Abstiegskampf pur. Der RSV erkämpft sich einen immens wichtigen 2:0-Erfolg. Der vor der Saison als sicherer Absteiger geltende Aufsteiger hat den Klassenerhalt vor Augen.
Ein Erfolg, der sich wie eine Meisterschaft anfühlt
„Es war eine schwere Situation für die Mannschaft, wenn du permanent unter Druck stehst und ständig damit konfrontiert wirst, dass du nicht konkurrenzfähig bist“, beschreibt Gollin das, was von außen alles auf seine Mannschaft einprasselte. Mit zwei starken Serien – nach Gollins Übernahme und in den letzten Wochen – schaffte Petersberg aber das, was ihm wohl nur kühnste Optimisten zutrauten. Mit ihren eigenen Mitteln.
Mit einer Mischung aus Einsatzbereitschaft, Leidenschaft, großer Moral, aber auch spielerischen Momenten schaffte Petersberg den Klassenerhalt. Das Himmelfahrtskommando, das Rolf Gollin im Oktober übernahm, wurde zu einer Geschichte mit Happy End. Der sichere Absteiger Petersberg ist keiner. (Tobias Herrling) +++