Zum 31. März 2017

Pfeifer schließt Schalungsplattenwerk in Schlitz - 56 Mitarbeitern gekündigt



13.12.2016 / SCHLITZ / IMST - Gerüchte hatte es in der Burgenstadt Schlitz (Vogelsbergkreis) bereits seit einiger Zeit gegeben, seit heute ist es offiziell: zum Ende des ersten Quartals 2017 schließt das dortige Werk der Pfeifer Gruppe, das Schalungsplatten herstellt. Den verbliebenen 56 von ursprünglich 75 Mitarbeitern ist also kurz vor Weihnachten die Kündi-gung ins Haus geflattert - keine frohe Botschaft.

Die Pfeifer Gruppe mit Sitz im österreichischen Imst teilt heute auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS mit, dass das Schalungsplattenwerk in Schlitz mit 31. März 2017 die Produktion einstellen und das Werk aus wirtschaftlichen Gründen schließen wird. Prokurist der Firma, Günther Jaritz erklärte zum Hintergrund der Schließung, die Schalungsplattenherstellung rentiere sich wegen der hohen Lohnkosten in Deutschland nicht mehr, man sei auf diesem Markt nicht mehr wettbewerbsfähig. Diese Entwicklung beschränke sich nicht auf die Pfeifer Gruppe - in Schlitz befinde sich das letzte Werk dieser Art in Deutschland. Die Ware werde zwar nach wie vor gebraucht, aber die Produktion von Schalungsplatten habe sich weitestgehend in die ehemaligen Ostblockländer wie zum Beispiel nach Tschechien verlagert, wo die Löhne erheblich niedriger seien.

Die Pfeifer Gruppe will nach eigener Aussage versuchen, den derzeit rund 50 Beschäftigten eine adäquate Beschäftigungsmöglichkeit an anderen Produktionsstandorten zu vermitteln. Für die Kunden entstünden durch die Werksschließung in Schlitz keinerlei Einschränkungen, da die Schalungsplattenproduktionen der Pfeifer-Gruppe in Tschechien und Österreich genügend Kapazität aufwiesen, um diese Mengen ersetzen zu können sowie die Kunden auch weiterhin in gewohnter Qualität und Schnelligkeit zu beliefern, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.

Bürgermeister Schäfer findet die Schließung bitter


Der Schlitzer Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer findet die Nachricht von der Schließung des Werks sehr bitter. "56 Arbeitsplätze sind für eine Stadt wie Schlitz keine Kleinigkeit", sagt er gegenüber O|N. Als Begründung habe man ihm gesagt, die Schalung aus Schlitz sei überwiegend für den spanischen Markt produziert worden, doch dieser sei komplett weggebrochen. Auf die Frage, was aus dem recht großen Firmengelände und den Produktionshallen nach der Schließung Ende März werden soll, wisse zur Zeit niemand eine Antwort. Dass es von der Pfeifer Gruppe dazu offenbar keinerlei Planung gebe, habe ihn sehr erstaunt. "Wir wollen dort doch auf keinen Fall eine Industriebrache haben", äußerte der Bürgermeister.

Pfeifer zählt zu den ältesten Unternehmen der europäischen Holzindustrie und hat sich auf die industrielle Weiterverarbeitung von Nadelholz spezialisiert. Die Produktpalette  umfasst Schnittholz und Hobelware, Betonschalungsplatten und –träger sowie Brettschichtholz, ein- und mehrschichtig verleimte Massivholzplatten bis hin zu Palettenklötzen, Briketts, Pellets und Biostrom. Das Unternehmen hat aktuell rund 1.800 Mitarbeiter und produziert an Standorten in drei Ländern, nämlich Deutschalnd, Österreich und Tschechien. Am neuesten Standort von Pfeifer in Lauterbach-Wallenrod wurde im Sommer 2009 die Produktion von Schnittholz aus Fichte und Kiefer sowie Pressspanklötzen aufgenommen. (Carla Ihle-Becker) +++

Dieses Luftbild zeigt das Werk Pfeifer in Schlitz im Jahre 2008 ...
O|N-Archivbild: Wolfgang Habermehl
Der Schlitzer Bürgermeister Schäfer ist enttäuscht von der jüngsten Entscheidung...
Foto: ON-Archiv

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