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Delfintherapie in der Karibik

TTC-Profi Ruwen Filus bittet um Unterstützung für Tochter Marie

Ruwen Filus und seine Frau Verena bitten um Unterstützung für ihre Tochter Marie
Foto: privat

07.12.2016 / TISCHTENNIS - Im Sommer 2017 wird die Familie des Tischtennis-Profis Ruwen Filus, der für den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell aufschlägt, in die Karibik fliegen. Ihr Ziel: die Insel Curacao. Doch der Sportler fährt mit Frau und Kind nicht in den Urlaub, um sich von einer langen, strapaziösen Saison zu erholen. Der Grund ist ein ernster.



Denn die gemeinsame Tochter von Ruwen Filus und seiner Frau Verena, Marie, ist schwer gehandicapt und soll auf Curacao eine Delfintherapie machen. Dafür braucht die Familie Filus Unterstützung, denn die Kosten muss die junge Familie komplett selbst tragen. Der evangelische Regionalverwaltungsverband Wetterau hat ein Spendenkonto eingerichtet und auch Filus‘ Verein, der TTC Fulda-Maberzell, hat seine Unterstützung zugesagt. „Wir erhoffen uns, dass Marie durch die Delfintherapie aus ihrem spastischen Muster herauskommt“, sagt Ruwen Filus, dessen Tochter seit der Geburt körperlich und geistig eingeschränkt ist.

Nach einer komplikationslosen Schwangerschaft, Marie kam wenige Tage vor dem errechneten Termin auf die Welt, trat plötzlich ein Sauerstoffmangel im Gehirn auf. Marie wurde in ein künstliches Koma versetzt und ihre Eltern bangten um das Leben ihrer gerade geborenen Tochter. „Es war überhaupt nicht klar, ob sie die erste Nacht überhaupt überleben wird“, erzählt Ruwen Filus über die bangen Stunden in der Klinik. Nach zwei Tagen war Marie außer Lebensgefahr. Der Grund, warum der Sauerstoffmangel auftrat, sei unklar. „Wir haben ein Gutachten erstellen lassen und einen Anwalt zu Rate gezogen, um für alle Fälle abgesichert zu sein“, so der Tischtennis-Nationalspieler.

Mittlerweile ist die kleine Marie zwei Jahre und acht Monate alt. „Das größte Problem im Alltag ist, dass sie nicht selbstständig essen und trinken kann. Das nimmt pro Tag zwei, drei Stunden in Anspruch“, spricht Filus über den Alltag mit einem beeinträchtigten Kind, das noch mehr Liebe und Fürsorge braucht als ein kleines Kind ohnehin schon braucht. Ein Lichtblick: Marie hat Fortschritte gemacht. Viele der Prognosen, die vor etwas mehr als zwei Jahren gestellt wurden, sind nicht eingetroffen. „Sie kann sich mittlerweile über den Boden robben. Die Fortschritte, die Marie macht, sind sichtbar“, freut sich Ruwen Filus über ihre Entwicklung.

Die geplante Delfintherapie im kommenden Sommer soll diese Entwicklung weiter fördern. „Wir hoffen, dass Marie in die Überstreckung kommt und durch die Sonar-Strahlen der Delfine die Muskulatur entspannt wird“, sagt Filus über die Therapie, die von Ende Juni bis Anfang Juli dauern wird. „Es gibt darüber ja keine Studien, aber wir haben bei einem Mädchen in der Nachbarschaft mitbekommen, dass so eine Therapie hilft“, erzählt Filus. Als er einst mit Frau Verena einen TV-Beitrag über die Moderatorin Monica Lierhaus, die nach Komplikationen bei einer Operation im Koma lag, sah, reifte der Entschluss, sich für die Delfintherapie anzumelden. „Sie hat dort erzählt, dass sie durch die Therapie Fortschritte gemacht hat.“

Als Ort für die Therapie wählte die Familie Filus die Karibikinsel Curacao. „Das ist das anerkannteste Zentrum und auch von der Haltung der Delfine vorbildlich“, sagt Filus. Dass seine Familie den Termin gleich bekommen hatte, sei überraschend gewesen. „Dadurch, dass meine Saison eng getaktet ist, hatten wir nicht viele Möglichkeiten“, so Filus, der als Zeitraum nur die Sommerpause im kommenden Jahr hatte. Daher fliegt Filus mit seiner jungen Familie im Sommer 2017 in die Karibik. Aber nicht, um Urlaub zu machen. Seiner kleinen Tochter Marie soll es nach einer Delfintherapie besser gehen. (Tobias Herrling) +++

Unterstützen ihren Spieler: Alexander Günther und Stefan Frauenholz vom TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell
Foto: Carina Jirsch

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