Umsatzerlöse aus Verträgen mit der OVAG
Spar- und Leihkasse trotz einbrechender Zinsen mit Jahresüberschuss

Fotos: Dieter Graulich
28.11.2016 / ULRICHSTEIN - „Wie in 2013 konnte auch im Bilanzjahr 2015 ein kleiner Jahresüberschuss ausgewiesen werden“, so Geschäftsführer Rainer Schleuning in seinem Bericht zur Gesellschafterversammlung der SLK (Spar- und Leihkasse) GmbH im Innovationszentrum. Der Jahresüberschuss sei durch Umsatzerlöse aus Gestattungsverträgen mit der OVAG für Windkraftanlagen „Am Hain“ und durch die Aufarbeitung von Sturmschäden und dem damit verbundenen Holzverkauf im Waldstück „Auf der Heide“ oberhalb der Altenhainer Straße in Richtung Segelflugplatz erzielt worden.
Das Problemfeld der Gesellschaft sei nach wie vor, die aufgrund der „Nullzinsphase“ einbrechenden Zinseinnahmen aus den Guthaben. Schleuning bedauerte, dass alle hochverzinslichen Anlagen ausgelaufen seien und eine schnelle Zinswende nicht in Sicht sei. Aktuell bekomme man für festverzinsliche Einlagen 0 Prozent Zinsen. Eine Negativverzinsung bei Spareinlagen und Tagesgeldern könne in Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Durch Aktienzertifikate und jeweils zwei Nachranganleihen bei der Hessischen Landesbank konnte 2015, entgegen dem allgemeinen Trend jedoch eine Steigerung der Erträge vorgenommen werden. Zur Bilanz insgesamt erläuterte Schleuning, dass diese rund 293.150 Euro betrage und gegenüber dem Vorjahr um 1,77 Prozent niedriger sei.
Ausführliche Informationen über die rund 21,6 Hektar große Waldfläche der SLK gab es dann vom zuständigen Revierleiter Forstamtmann Peter Kraus. So habe sich in den Wäldern des Vogelsberges nach dem Jahrhundert Orkan „Kyrill“ am 18./19. Januar 2007 vieles verändert. Einst große geschlossene Waldgebiete seien durch den Orkan und die nachfolgenden Stürme vernichtet worden und dadurch ein großer Vermögensverlust bei den Waldbesitzern eingetreten. Das Windwurfholz musste mit erheblichem Mehraufwand aufgearbeitet und bei gefallenen Holzpreisen mit Verlust vermarktet werden. Alleine bei der Stadt Ulrichstein sei durch die Orkane „Kyrill“, „Emma“, „Xynthia“ und nachfolgende Borkenkäferkalamitäten sei in den letzten neun Jahren eine Mehrnutzung von über 40.000 Erntefestmeter zu verzeichnen gewesen.
Auch bei der SLK mussten über 2.500 Festmeter ertragsreiche mittelalte Fichtenbestände, vor allem im Forstort „Am Hain/Distelacker“, aufgearbeitet werden. Den Gesellschaftern der SLK empfahl er eine Wiederaufforstung der verbliebenen oder neu entstehenden Kalamitätsflächen, ein Sicherung der Wiederaufforstungen durch Anbringen von Verbissschutz und Freimähen, eine Gliederung der Jungbestände und die Streckung des noch vorhandenen Holzvorrates damit als Fernziel ein ausgeglichenes Betriebsergebnis erzielt werden könne. Zum Abschluss der Gesellschafterversammlung gab es ein gemeinsames Abendessen und die Dividende wurde ausgezahlt. +++