Hören und Tasten statt Sehen
Sieben Mannschaften beim 11. Lady-Cup in Fulda - "Faszinierende Sportart"
Fotos: Tobias Herrling
13.11.2016 / GOALBALL -
Sieben Mannschaften aus dem ganzen Bundesgebiet nahmen in diesem Jahr am Lady-Cup teil und suchten einen Turniersieger. Am Ende durfte sich die Mannschaft vom „Team Hamburg“ über den Turniersieg freuen. „Im letzten Spiel haben sie mit einem 2:1 im direkten Duell gegen ein Mixed Team gewonnen und sich so den Turniersieg gesichert“, sagte Organisator Thomas Prokein und berichtete von einem spannenden Turnier mit einem „super Abschluss“. Der dritte Platz ging an die Mannschaft vom „Team Neukloster“. Aber Sieg oder Niederlage standen am Samstag nicht im Vordergrund, viel mehr standen der Spaß am gemeinsamen Sport im Mittelpunkt.
„Jede Mannschaft bekommt eine erfahrene Nationalspielerin, die das Spiel leiten soll, an die Hand“, so Prokein weiter. Beim Goalball wird im Modus „Drei gegen Drei“ gespielt und Ziel ist es, den Ball, der im Inneren mit einem Glöckchen versehen ist, so oft es geht im gegnerischen Kasten zu versenken. Alle Spielerinnen, die eine maximale Sehkraft von zehn Prozent haben dürfen, bekommen aus Gründen der Chancengleichheit zudem eine sogenannte „Dunkelbrille“. Diese darf nur in Absprache mit dem Schiedsrichter berührt werden, ein Regelverstoß führt automatisch zu einem Penalty.
Ihr Trainer Thomas Prokein, Diplom-Sportwissenschaftler, fand den Weg zum Goalball und zum Behindertensport einst in seinem Studium. „Eine Ballsportart für blinde und sehbehinderte Menschen, das hat mich fasziniert und ich habe gedacht: ‚Genau so muss eine Sportart sein‘“, sagt Prokein über seine Motivation, sich im Behindertensport zu engagieren. Goalball, das als eine der beliebtesten paralympischen Mannschaftssportarten gilt, ist für Thomas Prokein die reizvollste Sportart. „Mich fasziniert die Spielidee dahinter. Ich habe eine Mannschaft, die zusammen spielen kann und vor allem ein Ballspiel macht. Wenn man sich die Spiele auf hohem Niveau ansieht, bekommt man sehr, sehr viel Respekt. Als Sehender möchte man wohl ungern ausprobieren, wenn man einen 1,25 Kilogramm schweren Ball mit knapp 50 oder 60 Stundenkilometer im Frauenbereich abwehren soll“, beschreibt Prokein seine Faszination für den Goalball.