Bürgermeister will noch Details klären
Drei Käufer für Schlitzer Burgen: Mehrgenerationen-Anlage und Hotel
Fotos: privat
16.11.2016 / SCHLITZ - Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Hinterburg für viele Zwecke genutzt: als Wohnhaus, als Invalidenheim und zuletzt bis 2015 als Seniorenheim. Seit der Schließung des Seniorenstifts Burg Schlitz zum 31. Dezember vergangenen Jahres stehen die historischen Burgen im Stadtkern von Schlitz - Schachtenburg und Hinterburg - sowie der Hinterturm mit Anbau zum Verkauf. Nun haben sich Käufer aus dem Raum Schlitz für das größte Grundstück der Kernstadt (circa 5.000 Quadratmeter) gefunden, die daraus eine Mehrgenerationen-Anlage sowie ein Hotel machen möchten. Die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS hat sich mit den drei Käufern Maria Karn, Michael Heil und Sebastian Wendt auf der Hinterburg in Schlitz getroffen, um über das genaue Vorhaben zu sprechen.
"Die Stadt Schlitz besitzt das Vorkaufsrecht. Zwar haben wir schon die Kaufverträge unterzeichnet, aber wir warten noch auf die Ablehnung der Stadt. Der Bürgermeister möchte noch einige Details klären wie beispielsweise die Frage 'Was passiert mit dem Hinterturm?'", erklärt einer der privaten Käufer, Sebastian Wendt. Er und seine Frau Christiane Wendt möchten das Haupthaus - Haus 1 - auf der Hinterburg betreiben. Haus 2 - Hinterturm mit Anbau - kauft Maria Karn, wobei der Hinterturm für den symbolischen Euro an die Stadt Schlitz verkauft werden soll. Dritter Käufer ist Michael Heil aus Schlitz, er wird zusammen mit Marion Blum als GbR die Schachtenburg erwerben.
In der Schachtenburg soll ein Hotel oder "Bed and Breakfast" einziehen: "Jeder kann dort dann ein Zimmer mieten. Es werden um die 50 Betten und Apartments entstehen, die wir jeweils inklusive Frühstück vermieten werden. Nebenan gibt es für die Besucher genug Gastronomiebetriebe wie das 'Braustübchen' oder die neue 'Schachtenburg-Bar'", berichtet Michael Heil. Mitte Juli 2016 trafen sich die Käufer erstmals mit dem Bistum Mainz zu einem Gespräch. "Es war dann ziemlich schnell klar, dass das Bistum dieses Vorhaben mit uns machen möchte. Wir kaufen nur die Burgen, das Inventar vermacht das Bistum Mainz karitativen Einrichtungen", erläutert Wendt. "Wir möchten etwas für die Stadt Schlitz machen, denn auch hier haben wir einen Wohnungsmangel. Durch unser Vorhaben wirken wir diesem ein Stück entgegen", so Heil abschließend.
Für alle Interessierten steht die Homepage der Hinterburg zur Verfügung - dort werden alle Neuigkeiten, Baupläne und andere Infos mit der Zeit ergänzt. (Nina Sauer) +++